60 Tote bei Selbstmordanschlag in Pakistan

3. November 2014, 10:16
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Mehr als hundert Verletzte bei Anschlag in Lahore - Sunnitische Terrororganisation Jamaat ul-Ahrar bekannte sich zu dem Anschlag

Islamabad - Nach dem schwersten Selbstmordanschlag seit Monaten an der Grenze Pakistans zu Indien ist die Zahl der Todesopfer auf 60 gestiegen. Zwölf weitere Menschen seien in der Nacht zum Montag an ihren Verletzungen gestorben, sagte ein Arzt im Krankenhaus der Grenzstadt Khurki. Mehr als 130 Menschen seien verletzt worden.

Ein Selbstmordattentäter hatte sich am Sonntag inmitten einer Menschenmenge in der Nähe der pakistanischen Stadt Lahore in die Luft gesprengt. Unter den Opfern waren auch Frauen und Kinder.

Das Attentat hatte sich am Grenzübergang Wagah ereignet. Dort versammeln sich jeden Abend tausende Menschen, um der feierlichen Schließung der Grenze beizuwohnen. Dabei werden die Flaggen Indiens und Pakistans eingeholt.

Terrorgruppe bekennt: "Es war unser Werk"

Bei dem Selbstmordattentäter soll es sich laut Polizei um einen Jugendlichen gehandelt haben, der einen Sprengsatz am Körper trug. Die sunnitische Jamaat ul-Ahrar, eine Gruppierung der pakistanischen Taliban mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida, bekannte sich zu dem Attentat. "Es war unser Werk", sagte der Sprecher der Gruppe, Ehsanullah Ehsan, in einer Mitteilung. Gleichzeitig kündigte er neue Anschläge an: "Wir werden auch weiterhin Ungläubige ins Visier nehmen."

Das Attentat ereignete sich trotz einer erhöhten Sicherheitsstufe in Pakistan, wo derzeit der schiitische Trauermonat Muharram begangen wird. Unter den Toten sollen mindestens zwei Beamte der Grenztruppe Rangers sein, die auch Polizeiaufgaben wahrnimmt.

Es war der blutigste Anschlag, seit die pakistanische Armee Mitte Juni eine Offensive gegen Islamisten in den Stammesregionen im Grenzgebiet zu Afghanistan gestartet hat. Nach Militärangaben wurden seither mehr als 1.100 Extremisten getötet. (APA, 3.11.2014)

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