Kanada und Australien verweigern Einreise aus Ebola-Ländern

2. November 2014, 14:02
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Erkrankte UN-Mitarbeiterin wird aus Sierra Leone nach Frankreich geflogen

Freetown/Conakry/Monrovia - Nun verweigert nach Australien auch Kanada Menschen aus den westafrikanischen Ebola-Ländern die Einreise. Vorübergehend würden keine Visa für Reisende aus den betroffenen Ländern ausgestellt. Diese Maßnahme sei nötig, um die kanadischen Bürger zu schützen, teilte die Regierung in Ottawa am Freitag mit. In Kanada ist bisher kein Ebola-Fall bekannt.

Vor einigen Tagen hatte Australien seine Grenzen für Menschen aus den Ebola-Gebieten geschlossen. In Österreich gibt es solche Maßnahmen nicht. Einreisebeschränkungen bringen wenig, meinte Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) am Sonntag in der ORF-"Pressestunde". Bezüglich der Ebola-Epidemie und möglicher nach Österreich gelangender Kranker sieht Oberhauser das Land gut vorbereitet.

UN-Ebola-Koordinator David Navarro hatte einige Staaten für ihre Quarantäneregeln bei der Rückkehr von Ärzten und Krankenschwestern kritisiert. "Wir möchten nicht, dass sie sich in ihrer Heimat nach der Rückkehr nicht willkommen fühlen." In den USA war vergangene Woche eine Krankenschwester direkt nach ihrer Rückkehr aus Sierra Leone unter ihrer Ansicht nach sehr harschen Bedingungen isoliert worden. Sie zeigt keine Symptome, und bisher konnte bei ihr in mehreren Tests keine Infektion festgestellt werden.

Oberhauser verweist auf bestehende Regeln

Auch die österreichische Gesundheitsministerin lehnte derartige Quarantänebestimmungen ab. Für Österreichs Helfer gebe es über ihre Organisationen klare Regeln zur Selbstkontrolle nach der Rückkehr. Im Übrigen hilft das Gesundheitsministerium derzeit bei der Rekrutierung weiterer erfahrener Mitarbeiter für Afrika.

In Westafrika sehen die UN vermehrt Fortschritte im Kampf gegen die Seuche. Aktuelle Zahlen deuteten beispielsweise auf weniger Neuinfektionen in Liberia hin, hatte Navarro am Freitag in New York gesagt. Man sei zudem auf einem guten Weg, wie geplant bis Anfang Dezember 70 Prozent aller Erkrankten zu behandeln. Von der geforderten Milliarde Dollar (798,47 Mio. Euro) an Hilfsgeldern seien 50 Prozent bereits zugesagt, hieß es weiter. "Aber es ist noch ein weiter Weg, bis wir sagen können, dass wir den Ausbruch der Krankheit unter Kontrolle oder gar überstanden haben."

Ein Mitarbeiter der Vereinten Nationen, der sich in Sierra Leone mit Ebola angesteckt hat, wurde in ein Militärkrankenhaus in der Nähe von Paris ausgeflogen. Das teilte das französische Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Es sei der zweite Patient, der in Frankreich wegen Ebola behandelt werde, hieß es weiter. Das Ministerium machte keine Angaben zur Identität des Patienten, der auf Bitten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Land gebracht wurde.

Einziger Patient in USA "stabil"

Dem derzeit noch einzig verbliebenen Ebola-Patienten in den USA geht es unterdessen etwas besser. Nach neuntägiger Behandlung sei der Gesundheitszustand des 33-Jährigen inzwischen "stabil", teilte das New Yorker Bellevue-Krankenhaus am Samstag mit. Zuvor hatte es den Zustand als "ernst bis stabil" eingestuft. Der Mann bleibe aber auf der Isolierstation. Der Fall des Mediziners, der für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Guinea Ebola-Kranke behandelte, hatte für großes Aufsehen gesorgt. Nach seiner Rückkehr war er unter anderem mit U-Bahn und Taxi unterwegs gewesen und hatte eine Bowlingbahn besucht.

Nach den Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Zahl der Ebola-Fälle in Westafrika auf mehr als 13.500 gestiegen. Fast 5.000 Menschen seien durch das Virus gestorben. (APA/dpa, 2.11.2014)

  • Immer mehr Länder verweigern die Einreise aus der von Ebola am stärksten betroffenen Region.
    foto: ap photo/mark lennihan

    Immer mehr Länder verweigern die Einreise aus der von Ebola am stärksten betroffenen Region.

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