Ukraine will noch vor 2020 um EU-Beitritt ansuchen

1. November 2014, 10:47
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Ukrainischer Außenminister Klimkin im "profil"-Interview: Antrag in fünf Jahren "durchaus realistisches Szenario"

Wien - Die Ukraine will noch vor 2020 um die EU-Mitgliedschaft ansuchen. Das kündigte der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin laut Vorausmeldung vom Samstag in der am Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" an.

"Wie die Wahlen gezeigt haben, sind 90 Prozent der Bevölkerung pro-europäisch. Wir sollten diesen Erwartungen auch entsprechen. Ich glaube, dass es ein durchaus realistisches Szenario ist, in fünf Jahren den EU-Beitrittsantrag zu stellen", so der ukrainische Außenminister.

Von der EU erwarte er sich "erstens eine ständige Unterstützung bei den Reformen und zweitens ein klares politisches Signal im Hinblick auf eine europäische Perspektive für die Ukraine. Drittens muss für ukrainische Bürger visumfreies Reisen in die EU ermöglicht werden", erklärte Klimkin weiters.

Die ukrainischen Freiwilligenmilizen in der Ostukraine verteidigte der Minister als "wahre Patrioten. Manche von ihnen vertreten vielleicht radikalere Positionen, aber wir haben all diese Menschen überprüft. Sie sind Mitglieder verschiedener Parteien, inklusive rechter Parteien, aber sie sind keine Rechtsradikalen."

"Die Krim ist ukrainisch"

Die Halbinsel Krim sei nur "vorübergehend besetzt", argumentierte Klimkin im "profil": "Wir sind wirklich davon überzeugt: Die Krim ist ukrainisch. Wir werden nie aufhören, für die Krim zu kämpfen - mit allen politischen und rechtlichen Mitteln, die zur Verfügung stehen."

Kritik des ehemaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Juschtschenko, der sich Anfang Oktober enttäuscht darüber gezeigt hatte, dass "einige europäische Führer derzeit die Meinung vertreten, dass neue Sanktionen gegen Russland nicht angebracht wären" und auch Österreich in diesem Zusammenhang genannt hatte, wies Klimkin laut der Vorausmeldung zurück. "Ich kenne Österreich gut und ich glaube, dass die Mehrheit der Bevölkerung definitiv auf der Seite des Rechtsstaates steht. Natürlich hat die österreichische Wirtschaft bestimmte Interessen, und natürlich gibt es österreichische Politiker, die die Situation ein klein wenig mehr zum Vorteil von Russland sehen. Aber generell glauben wir, dass Österreich mit uns solidarisch ist", so der ukrainische Außenminister. (APA, 01.11.2014)

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