Facebook bringt versteckten Dienst ins Tor-Netzwerk

31. Oktober 2014, 16:54
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Eigene Adresse eingerichtet

Facebook macht es Nutzern des anonymen Internet-Browsers Tor leichter, das Online-Netzwerk zu nutzen. Dafür hat Facebook eine eigene Adresse im Tor-Netzwerk eingerichtet. Solche Angebote werden "Hidden Services", versteckte Dienste, genannt. Facebook ist nun für Tor-Nutzer unter https://facebookcorewwwi.onion/ erreichbar.

Internet-Adressen, die nur über das Tor-Netzwerk angesteuert werden können, enden alle auf .onion. Das ist angelehnt an den Namen Tor, der für "The Onion Router" (Zwiebel-Router) steht. Tor verschlüsselt Daten in mehreren Schichten, wie bei einer Zwiebel.

Verschleiert Identität

Der Tor-Browser verschleiert den Standort seiner Nutzer, indem er ihre Anfrage über mehrere Zwischenstationen zum Ziel leitet. Damit sorgt er für mehr Anonymität als herkömmliche Internet-Browser. In Ländern mit Internet-Zensur nutzen Menschen den Tor-Browser, um die offiziellen Schranken zu umgehen. So können sie unter anderem Facebook auch in Ländern erreichen, in denen das soziale Netzwerk eigentlich blockiert ist. Tor zufolge nutzen etwa zwei Millionen Menschen den Browser.

Facebook ging bei Nutzung von Fakes aus

Doch Tor-Nutzer stoßen bei Facebook auf ein Problem. Weil ihre Anfragen unterschiedlich durch das Tor-Netz aus Zwischenstationen geleitet werden, scheint ihr Standort zu springen. "Für unser System sieht es so aus, als würde jemand, der sich erst von Australien aus verbunden hat, plötzlich in Schweden oder Kanada sein", schrieb Facebook-Programmierer Alec Muffett am Freitag. Facebook gehe dann normalerweise davon aus, dass das Profil gehackt sei. Die Facebook-Seite für Tor verbindet die Nutzer nun direkt mit den Rechenzentren des Netzwerkes, schreibt Muffett.

Standort kann versteckt werden

Trotz Tor sind die Facebook-Nutzer nicht vollständig anonym: Wer den Datenverkehr beobachten kann, könnte eine Person identifizieren, wenn sie sich unter ihrem Namen auf Facebook anmeldet. Allerdings wüsste der Angreifer dann immer noch nicht den tatsächlichen Standort des Nutzers. "Der Hidden Service ist ein riesiger Vorteil für Nutzer, die Privatsphäre und Sicherheit wollen, aber nicht unbedingt Anonymität", schrieb Runa Sandvik von Tor auf dem Online-Netzwerk Twitter. (APA, derStandard.at, 31.10.2014)

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  • Einst stand Tor für "The Onion Network", weil der Dienst  die Identität des Nutzers durch mehrere Schichten verschleiert - wie die Schalen eines Zwiebels. Jetzt heißt er nur mehr "Tor".
    foto: apa/epa/schütt

    Einst stand Tor für "The Onion Network", weil der Dienst die Identität des Nutzers durch mehrere Schichten verschleiert - wie die Schalen eines Zwiebels. Jetzt heißt er nur mehr "Tor".

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