Wissenschafter fordern Freilandexperimente mit Gentechnik-Pflanzen

31. Oktober 2014, 13:16
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Forscher verlangen von den europäischen Politikern eine "wissenschaftsfreundlichere Haltung"

Wien - Die Möglichkeit Freilandexperimente mit gentechnisch veränderten Pflanzen durchzuführen, deren prompte Zulassung, wenn sie als sicher einzustufen sind, und adäquate Finanzierung - das fordern führende europäische Pflanzenforscher in einem "Offenen Brief an die Entscheidungsträger in Europa". Dazu sei eine "fundamentale Überarbeitung" der Gentechnik-Vorschriften nötig.

Internationale Initiative

Der Brief wurde vom Pflanzenphysiologen Stefan Jansson von der Universität Umeå
(Schweden) koordiniert und unter anderem von der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht. Zu den 21 Unterzeichnern, alle unter den 30 meistzitierten europäischen Pflanzenforschern, gehört auch Jiri Friml vom Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg.

Hintergrund der Initiative sei die Sorge, dass Europa die im neuen EU-Forschungsrahmenprogramm "Horizon 2020" verankerten Ziele nicht erreichen werde, Weltklasse-Wissenschaft zu produzieren und Innovationsbarrieren zu beseitigen. Die Forscher verlangen von den europäischen Politikern eine wissenschaftsfreundlichere Haltung.

Nachhaltigkeit und Gentechnik

Eine mindestens gleichbleibende Förderung der Pflanzenforschung sei notwendig, um sich "ernsthaften Herausforderungen" widmen zu können. Dazu gehöre etwa, eine nachhaltige Landwirtschaft zu etablieren, die nicht unhaltbar viel Wasser, Energie, Dünger und Pestizide benötigt, so die Wissenschafter.

Freilandexperimente mit gentechnisch veränderten Pflanzen wären nötig, um zu erforschen, wie sich Pflanzen und Feldfrüchte gegen Krankheiten schützen und auf den Klimawandel reagieren. Doch solche Experimente seien in vielen Ländern - nicht aus wissenschaftlichen, sondern aus politischen Gründen - verboten und wo sie erlaubt seien, würden solche Felder "oft systematisch zerstört".

Weiters wünschen die Forscher, dass Gentechnik-Pflanzen rasch zugelassen werden, wenn sie "von einer kompetenten Behörde aufgrund einer strengen und wissenschaftlichen Risikobewertung als sicher befunden werden". Das derzeitige "de facto Moratorium" zur Zulassung würde die Möglichkeiten für öffentlich geförderte Wissenschafter und kleine Firmen beschneiden und die Dominanz der großen Agrarfirmen fördern, meinen sie. (APA/red, derStandard.at, 31. 10. 2014)

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