Mehr als 70 Prozent für Möglichkeit der Abtreibung in ganz Österreich 

31. Oktober 2014, 13:32
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Einer Umfrage zufolge will eine große Mehrheit, dass Schwangerschaftsabbrüche in öffentlichen Krankenhäusern in allen Bundesländern möglich werden

Wien - Laut einer Umfrage ist die überwiegende Mehrheit der Österreicher für die Möglichkeit einer Abtreibung in allen Bundesländern. Derzeit gibt es in Vorarlberg und Tirol keine Möglichkeit zum Schwangerschaftsabbruch in einem öffentlichen Krankenhaus. "Wenn sich Frauen ohnehin schon in einer schwierigen Situation befinden, sollte man ihnen nicht noch zusätzlich Steine in den Weg legen, indem sie einen weiten Weg bis zur nächsten Klinik zurücklegen müssen", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) bei einer Pressekonferenz am Freitag dazu.

Der Online-Umfrage unter 1.000 Österreichern zufolge halten 72 Prozent die Möglichkeit einer Abtreibung in allen Bundesländern für eine sehr oder eher geeignete Maßnahme, die Gesundheit und das Wohlbefinden von Frauen zu fördern. Die Umfrage "Frauenbarometer" wurde vom Institut meinungsraum.at im Auftrag des Frauenministeriums bereits zum achten Mal durchgeführt und beschäftigte sich diesmal vor allem mit Gesundheitsfragen.

Länder zuständig

Für einen Schwangerschaftsabbruch in öffentlichen Krankenhäusern sind derzeit die Länder zuständig. Heinisch-Hosek will nun in einem Brief an die Landeshauptmänner in Tirol und Vorarlberg auf die Ergebnisse der Umfrage aufmerksam machen und Änderungen fordern. "Kein Arzt kann zu einem Schwangerschaftsabbruch verpflichtet werden, aber man sollte zumindest die Möglichkeit schaffen", sagt Heinisch-Hosek.

Für Kennzeichnungspflicht

Weitere Ergebnisse der Umfrage: 77 Prozent befürworten, dass Schaufensterpuppen den menschlichen Körper realistischer darstellen müssen als bisher, und 87 Prozent der Befragten sprachen sich für eine Untergrenze des Körpergewichts von Models aus. Um das Körpergefühl und das Selbstbewusstsein von Frauen zu fördern, wünschen sich außerdem 82 Prozent der Österreicher eine Kennzeichnungspflicht für nachträglich retuschierte Werbefotos.

Brustkrebs-Vorsorgeprogramm bekannt

Das neue Vorsorgeprogramm für Brustkrebs ist der Umfrage zufolge zwei von drei Österreichern bekannt, 67 Prozent von ihnen fühlen sich sehr gut oder eher gut darüber informiert. Über das Angebot einer kostenlosen Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs für Mädchen und Burschen zwischen neun und zwölf Jahren wissen 60 Prozent der Befragten Bescheid. (koli, dieStandard.at, 31.10.2014)

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