UN-Bericht: 15.000 ausländische Jihadisten in Syrien und Irak

31. Oktober 2014, 11:56
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Ausländer schließen sich "in nie dagewesener Zahl" der Terrormiliz IS an

Die Vereinten Nationen warnen vor einer "nie dagewesenen Zahl" an ausländischen Kämpfern im Kriegsgebiet Syrien und Irak. Ein Bericht des UNO-Sicherheitsrats geht von 15.000 Ausländern aus, die sich der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) oder anderen jihadistischen Organisationen in den beiden Ländern angeschlossen haben.

Die Kämpfer sind demnach aus mehr als 80 Ländern in den Nahen Osten gereist, darunter einige, die bisher in puncto internationaler Terrorismus nicht auffällig waren.

foto: ap photo, file
IS-Terroristen bei der Eroberung der irakischen Großstadt Mossul im Sommer.

Welche Länder konkret gemeint sind, geht aus dem Bericht, der dem Londoner "Guardian" zugänglich ist, nicht hervor. Videos, die IS-Sympathisanten in Ländern wie Chile, Norwegen und den Malediven zeigen, belegten aber die internationale Verbreitung des Motivs. Die Zahl der aktuell in Syrien und dem Irak operierenden ausländischen Kämpfer übersteige zudem jene der vergangenen 20 Jahre zusammengenommen um ein Vielfaches.

Niedergang von Al-Kaida

Der relative Niedergang der ehemals dominanten Terrororganisation Al-Kaida hat laut dem Bericht zu einer explosionsartigen Zunahme des jihadistischen Enthusiasmus geführt. Und der wird vor allem der IS zuteil, die von der UNO als "Splittergruppe" von Al-Kaida betrachtet wird.

Die beiden Organisationen teilten die Mehrzahl der strategischen Ziele und bildeten trotz der offiziellen Differenzen gemeinsam eine breite terroristische Bewegung, heißt es. Was sie unterscheide, sei neben gewissen taktischen Unterschieden ihr anderer Zugang zur Propaganda.

Während sich die IS im Internet und auf sozialen Plattformen wie Twitter, Snapchat, Kik, und Ask.fm gewissermaßen "kosmopolitisch" und wenig hierarchisch darstelle, ihre Kämpfer etwa mit Katzen posieren lasse, bediene sich Al-Kaida nach wie vor vergleichsweise behäbiger Mittel. Die jüngst ins Internet übertragene Rede von Al-Kaida-Chef Ayman al-Zawahiri etwa schlug mit 55 Minuten zu Buche. (red, derStandard.at, 31.10.2014)

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