Wieso Tim Cooks Coming-out wichtig war

31. Oktober 2014, 10:34
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Das Statement des Apple-Chefs hat zahlreiche Reaktionen nach sich gezogen

Tim Cooks Coming-out hat viel Resonanz hervorgerufen. Neben homophoben Wortmeldungen und verständnislosen Kommentaren, wieso seine Sexualität überhaupt Thema sei, gab es auch viel positives Feedback. Gerade in der Arbeitswelt ist Homosexualität für viele noch ein Tabuthema.

Wichtige Nachricht

So schreibt Claire Cain Miller von der New York Times (NYT), dass es auch 2014 noch einen Nachrichtenwert habe, wenn sich der Chef eines Fortune-1.000-Unternehmens öffentlich outet. Weil es ein erstes Mal sei. So sei es auch bedeutsam gewesen als sich erstmals eine Hollywood-Schauspielerin, ein Profi-Football-Spieler, ein Nachrichtensprecher oder ein US-Senator geoutet hatten.

Domino-Effekt für andere Unternehmen

Tim Cooks Schritt könnte einen Domino-Effekt auf die Unternehmenskultur anderer Firmen haben, so die NYT-Autorin. Vor allem für jüngere Leute könnte Cook als Vorbild dienen. Laut einer Studie der Consulting-Firma Deloitte und der New York University School of Law sei für homosexuelle Mitarbeiter der wichtigste Faktor offen zu ihrer Sexualität zu stehen, wenn Führungskräfte ebenfalls offen damit umgehen.

Vorbild gewünscht

Das bestätigt auch Casey Newton von The Verge. Es sei eine Sache, dass Cooks sexuelle Orientierung schon zuvor vielen bekannt gewesen sei. Aber sein öffentliches Coming-out sei nun etwas ganz anderes. So schreibt Casey von den schwierigen Zeiten, in denen er sich alleine gefühlt und mit sich selbst gerungen habe. Damals hätte er sich ein Vorbild gewünscht, jemanden der selbstbewusst und eine einflussreiche Führungsperson sei. Und das treffe - vor allem in ländlicheren, religiöseren Gegenden - auch heute noch auf viele junge Menschen zu.

Prominenter Rückhalt

Viel positive Rückmeldungen über soziale Medien erhielt Cook von prominenter Stelle, unter anderem von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, Microsoft-CEO Satya Nadella, Googles Sundar Pichai, T-Mobile-USA-CEO John Legere sowie auch vom früheren US-Präsidenten Bill Clinton. Weitere Reaktionen hat Fortune zusammengetragen.

Der Apple-CEO sei es wichtiges Role-Model für viele junge Leute, sagt auch Sam Altman, Vorsitzender der Startup-Inkubators Y Combinator in der NYT. Wenn Personen in Führungspositionen über ihre Homosexualität schweigen, weil sie Diskriminierung im Arbeitsleben fürchten, sende das entsprechende Signale. Obwohl mehr Personen als zuvor in ihrem Privatleben offen zu ihrer Sexualität stehen, sei es am Arbeitsplatz noch für den überwiegenden Teil ein Tabuthema. (br, derStandard.at, 31.10.2014)

  • Tim Cook sorgte mit seinem Outing für Schlagzeilen.
    foto: apa/epa/tsinghua university / ha

    Tim Cook sorgte mit seinem Outing für Schlagzeilen.

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