Bank of Japan lockert überraschend Geldpolitik weiter

31. Oktober 2014, 06:30
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Mittel zur Überwindung der Deflation, Nikkei schießt nach oben

Tokio - Die japanische Notenbank lockert überraschend weiter ihre Geldpolitik. Sie beschloss am Freitag, die Ausweitung der Geldbasis auf rund 80 Billionen Yen pro Jahr zu beschleunigen. Bislang lag das Ziel bei einem Plus von 60 bis 70 Billionen Yen im Jahr. Der Ankauf von Staatsanleihen soll um ein Volumen von 30 Billionen Yen im Jahr erhöht und die Haltedauer der Papiere auf bis zu zehn Jahre verlängert werden.

Der Nikkei-Index schoss nach dieser Entscheidung nach oben, auch der Topix legte deutlich zu. Der Yen fiel auf ein Sechs-Jahres-Tief zu Dollar.

Die Teuerungsrate in Japan ohne Lebensmittel, aber inklusive Ölprodukte betrug laut Regierung im September zum Vorjahresmonat 3,0 Prozent. Im August lag der Wert bei 3,1 Prozent. Regierung und Zentralbank haben sich auf die Fahnen geschrieben, Japan von der langjährigen Deflation - also einem konjunkturschädlichen Preisverfall auf breiter Front - zu befreien. Angepeilt ist für das kommende Frühjahr eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent.

Die Arbeitslosenquote ist im September gestiegen. Saisonal bereinigt betrug sie nach Angaben des Innenministeriums 3,6 Prozent, im August waren es noch 3,5 Prozent. Zugleich ging die Zahl der verfügbaren Stellen erstmals seit mehr als drei Jahren zurück. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass der Arbeitsmarkt in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt an Schwung verliert.

Wirtschaftsminister Akira Amari sagte, die Regierung sei bereit, die Wirtschaft anzukurbeln. Es sei aber noch keine Entscheidung über ein neues Konjunkturprogramm getroffen worden, sagte er. Im Frühjahr war die japanische Wirtschaft so stark geschrumpft wie seit der Tsunami-Katastrophe im März 2011 nicht mehr. Der Grund dafür war die deutliche Anhebung der Mehrwertsteuer zum April. (Reuters, 31.10.2014)

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