Hypo-Balkantöchter-Käufer Advent: Hart, aber professionell

30. Oktober 2014, 18:24
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Der Private-Equity-Fonds ist hungrig auf Krisenfälle quer durch die Branchen

Wien - Das Bild der Heuschrecke wird der Finanzinvestor nicht los. Wer mit Advent bisher zu tun hatte, will mit dem US-Fonds dennoch keine Plagegeister assoziieren. Hart, aber professionell – von einer klaren Führungsebene aus – geführt sei er, loben Manager, die mit ihm zu tun hatten. Ihr Tenor: Die Amerikaner sagten, wo es langgehe, ließen einen aber arbeiten, ohne sich laufend einzumischen. Mit ihnen sei einiges zu bewegen.

Advent greift nach den Balkan-Banken der notverstaatlichten Hypo Alpe Adria. Die Geldinstitute der Krisenbank sind für den Private-Equity-Spezialisten mit Sitz in Boston aber nur ein Mosaikstein unter vielen. Der Fonds zählt zu den größten der Welt und verwaltet ein Vermögen von 32 Milliarden Dollar. 290 Unternehmen in 39 Ländern werken unter seinem Dach. 140 kamen seit seiner Gründung 1984 an die Börse.

Umtriebiger Fonds

Advents Investoren reichen von Pensionskassen über institutionelle Anleger bis zu vermögenden Privatleuten. Investiert, filetiert und verkauft wird in Branchen quer durchs Gemüsebeet. 8,5 Milliarden Euro hat sich die Beteiligungsgesellschaft 2012 von ihren Investoren geliehen. Die bis dahin hohen Renditen ermöglichten ihr dies auch in mageren Zeiten der Finanzkrise.

In Deutschland engagierte sich Advent lang im Chemiesektor mit den Unternehmen Starck und Oxea. Dann sammelte der Fonds drei Jahre lang mit dem auch in Österreich vertretenen Textildiskonter Takko Erfahrung. Es folgte ein Abstecher ins Geschäft mit Kliniken und Pflegeheimen, ehe er mehrheitlich in die Einzelhandelsgruppe Douglas einstieg.

Eigentümer für Thalia

Im gleichnamigen Parfümeriekonzern hinterlässt Advent weiterhin seine Duftnote - Douglas soll an die Börse zurückkehren. Die dazugehörige Süßwarenkette Hussel stieß der Fonds heuer ab, für den Buchhändler Thalia sucht er noch neue Eigentümer.

Der Mann hinter Advent, der künftig wohl auch bei den Hypo-Banken auf dem Balkan das Sagen haben wird, ist Peter Brooke. Der Harvard-Absolvent gilt als einer der einflussreichsten Amerikaner in der Private-Equity-Szene. (vk, DER STANDARD, 31.10.2014)

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