Flucht von Prostituierter nach Tirol: Festnahmen in Schweiz 

30. Oktober 2014, 15:31
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19-Jährige soll mit drei weiteren Frauen in Keller gefangengehalten worden sein

Innsbruck – Die Flucht einer 19-jährigen Prostituierten nach Tirol hat vergangene Woche zu zwei Festnahmen in der Schweiz geführt. Wie die Polizei mitteilte, war die Frau nach eigenen Angaben mit weiteren drei Frauen in einem Keller in der Schweiz gefangengehalten worden. Die 19-Jährige erstattete in Innsbruck Anzeige, woraufhin die Schweizer Polizei noch in derselben Nacht zwei Personen festnehmen konnte.

Vor der Tiroler Polizei erzählte die Frau, die vermutlich Opfer eines Menschenhandels geworden war, dass sie zu Beginn des Jahres 2012 K.-o.-Tropfen verabreicht bekommen habe und anschließend in einen Keller verbracht worden wäre. Dort sei sie gegen ihren Willen festgehalten worden. Außerdem habe sie regelmäßig in einem Lokal als Prostituierte arbeiten müssen und sei gezwungen worden, meist vor der Arbeit Kokain zu nehmen.

Größere Menge Suchtmittel sichergestellt

Weil die 19-Jährige von weiteren drei Frauen berichtete, die angeblich im selben Keller gefangengehalten werden, verständigte die Tiroler Polizei sofort die Schweizer Behörden. Diese konnten nicht nur zwei Personen festnehmen, sondern auch noch "eine größere Menge Suchtmittel sicherstellen", sagte Christoph Hundertpfund, stellvertretender Leiter des LKA-Tirol, im Gespräch mit der APA. Ob tatsächlich weitere drei Frauen in dem Keller waren und ob diese ebenfalls befreit werden konnten, wisse er nicht, meinte Hundertpfund.

Die 19-Jährige aus dem Kosovo suchte in Innsbruck um politisches Asyl an. Sie wurde zu einer Opferbetreuungsstelle gebracht. (APA, 30.11.2014)

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