"Milchschleuderpreise" erzürnen Bauernbund

30. Oktober 2014, 13:23
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Nach Penny nimmt nun der Bauernbund Zielpunkt wegen Verkaufs von Haltbarmilch um 54 Cent je Liter ins Visier

Der Österreichische Bauernbund hat am Donnerstag, die Supermarktkette Zielpunkt bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) für seine im aktuellen Flugblatt beworbene Milch-Schleuderaktion angezeigt. "Dieses Mal muss H-Milch als stark rabattierter Lockartikel herhalten. "Das anstehende Feiertagswochenende wird vom Handel wieder dafür genützt, wertvolle Lebensmittel zu verschleudern", stellt Bauernbund-Direktor Johannes Abentung in einer Aussendung fest. Der Bauernbund hatte auch die Diskontkette Penny von Rewe Mitte September wegen eines ähnlichen "Milch-Schleuderpreises" bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) angezeigt.

Zielpunkt bezeichnet die Vorgangsweise gegenüber der Austria Presseagentur als "überzogen". Es handle sich beim 54-Cent-Angebot für einen Liter Haltbarmilch "um einen Aktionspreis" und nicht um einen branchenüblichen Preis.

Arbeitsgruppe

Im Bauernbund wurde indes von den Direktorinnen und Direktoren der Landesbauernbünde eine Arbeitsgruppe "Preis-Wert-Sicherheit" eingerichtet. Sie soll sich um das Monitoring des Lebensmitteleinzelhandels und dessen Preispolitik kümmern, heißt es in der Aussendung. Künftig will sich die Arbeitsgruppe auch den Rabattschlachten widmen:

Abentung zufolge seien heimische Qualitätserzeugnisse gerade auch im Ausland höchstbegehrt. "Seit Jahren steigen die Exportquoten im Agrarbereich kontinuierlich an – wir haben es nicht nötig, ausgezeichnete Qualität zu verschleudern", verweist der Bauernbund-Direktor abschließend darauf, dass schon in Kürze die 10 Milliarden EUR-Schallgrenze bei den österreichischen Lebensmittelexporten durchbrochen werden sollte. (red, derStandard.at, 30.10.2014)

  • Die Bauernbünde orten eine "Verschleuderung der Lebensmittel"
    foto: ap/schoelchen

    Die Bauernbünde orten eine "Verschleuderung der Lebensmittel"

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