Fünf Schüsse: Angriff auf Asylheim in Tirol

29. Oktober 2014, 22:03
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Keine Verletzten in Flüchtlingsheim im Bezirk Kitzbühel nach Attacke in der Nacht auf Mittwoch

Fieberbrunn - Auf das Flüchtlingsheim am Bürgelkopf in Fieberbrunn (Bezirk Kitzbühel) soll es in der Nacht auf Mittwoch einen Angriff gegeben haben, berichtete "Profil online" am Mittwochabend. Verletzt wurde demnach niemand. Eine Bestätigung der Landespolizeidirektion war vorerst nicht zu erhalten.

Gegen Mitternacht sollen vier oder fünf Männer in schwarzen Kapuzenjacken "Ausländer raus!" und "Wir bringen euch um! Ihr Schweine!" gerufen haben, zitierte das Magazin einen ungenannten Augenzeugen. Einer der Männer habe eine Waffe gehabt und fünfmal in die Luft geschossen, außerdem hätten die Männer Feuerwerkskörper auf die Fenster geschossen. Die Polizei habe bei der Garage eine Softgun gefunden.

Verfassungsschutz ermittelt

In dem Fall ermittle nun das Landesamt für Verfassungsschutz, teilte ein Sprecher der Landespolizeidirektion Tirol am Abend mit. Er bestätigte, dass fünf Personen gegen 0.30 Uhr etwa 35 Meter vor dem abgelegenen Asylheim entfernt ausländerfeindliche Parolen geschrien und mit einem Gewehr in die Luft geschossen haben. Ob die Schüsse aus der gefundenen Softgun abgegeben wurden, ist noch Gegenstand von Ermittlungen. Zum aktuellen Ermittlungsstand könne aus taktischen Gründen keine nähere Auskunft gegeben werden, erklärte der Sprecher.

Heim jetzt unter Polizeischutz

Mittlerweile seien zusätzliche Sicherungsmaßnahmen der Polizei im Bereich des Asylheims veranlasst worden, das heißt, Polizisten sind zur Überwachung vor Ort. Auch wenn bei dem Vorfall niemand verletzt wurde, betonte der Sprecher: "Jeder Angriff auf ein Asylheim wird von der Polizei sehr ernst genommen."

Den Vorwurf eines Zeugen, wonach es sehr lange gedauert habe, bis die Polizei gekommen sei, wies der Sprecher zurück: Die zuständige Polizeiinspektion sei erst mehr als eine halbe Stunde nach dem Vorfall informiert worden, nach der Anzeige sei man innerhalb von 25 Minuten vor Ort eingetroffen. Verdächtige konnten da nicht mehr angetroffen werden. (APA, 29.10.2014)

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