Neos-Chef Strolz in der "ZiB 2": Im Drogenrauch

29. Oktober 2014, 18:23
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So ein Geständnis kann unabsehbare Folgen haben

Und wann haben Sie das letzte Mal einen Joint geraucht? Ist es auch schon "etliche Jahre her", wie bei Matthias Strolz? Aber aufpassen, was Sie sagen: So ein Geständnis kann unabsehbare Folgen haben. Im Fall des Neos-Chefs brachte es Armin Wolf am Dienstag in der ZiB 2 offenbar so aus dem Konzept, dass er die Frage danach ein wenig verschluckte. "Bis dahin regelmäßiger?", klang tonal wie: "Bist du ein Regelmäßiger?", worauf Strolz noch zackig konterte: "Und wie schaut's mit Ihnen aus, Herr Wolf?"

Danach war das Feuer verpufft, nur der Rauch mochte sich nicht legen. Strolz hob zur gewohnt sinnelastischen Brandrede an, wonach man Cannabis-Konsumenten nicht "mit dem Strafrecht ins Gesicht fahren dürfe" , womit er nach gängigem Wortgebrauch das Gesetzbuch mit einem Hinterteil gleichsetzte. Touché!

Wieso die Legalisierung von Drogen gegen Dealerkriminalität bei Cannabis, nicht aber bei Kokain, Heroin und LSD greift, erklärte Strolz demokratisch abgeklärt mit dem Mehrheitsrecht: Cannabis sei eben "der Fall einer häufigen Nutzung".

Aus dem Wirbel fand er dann auch nicht heraus, womit er sich Wolfs Häme einfing, der das indifferente Auftreten der Partei insgesamt mit der neuen Maßeinheit "ein Neos" definierte: als die kürzeste Entfernung zwischen zwei Fettnäpfen.

Dass er keinen auszulassen beabsichtigte, hatte Strolz da schon angedeutet. Als Chef der "größten Erneuerungskraft Österreichs" bemühte er letztlich doch nur alte Mechanismen. Wer nicht weiterweiß, verweise auf den Feind. Es gebe nämlich "ganz viele etablierte Kräfte", die den Erfolg der Neos nicht wollten. Schlimm, vor allem, wenn man zusätzlich sich selbst im Weg steht. (Doris Priesching, DER STANDARD, 30.10.2014)

Link zur ORF TVThek

Die ZiB 2 zum Nachsehen

  • Neos-Chef Strolz zu Gast bei Armin Wolf.
    foto: screenshot/orf tvthek

    Neos-Chef Strolz zu Gast bei Armin Wolf.

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