Krankenkassen stehen unter Fusionsdruck

29. Oktober 2014, 17:58
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Team Stronach verweist auf schwedisches Modell - Verbandschef McDonald winkt ab

Wien - Für sein abermaliges Vorpreschen in Sachen Kassenfusion erhält Wirtschaftskammerchef Christoph Leitl jetzt auch Unterstützung vom Team Stronach.

Stronach-Gesundheitssprecher Marcus Franz verlangte am Mittwoch ebenfalls die "Zusammenlegung aller Kassen zu einer österreichischen Gesundheitsversicherung". Diese "österreichische Gesundheitsversicherung" böte "einheitliche Leistungen und eine einheitliche Versorgung", sagte Marcus Franz.

In einem ersten Schritt sollten die Kassen auf drei Träger für Selbstständige, Unselbstständige und Beamte reduziert werden. Dass eine österreichweite Vereinheitlichung funktioniere, "zeigt sich an der Beamtenversicherung", argumentierte Franz.

Die geschäftsführende Klubchefin Waltraud Dietrich verwies auf Schweden. Dort sei in den 1990er Jahren "eine beispielhafte Reform durchgeführt worden, die gezeigt hat, dass es sehr wohl möglich ist, die Struktur zu vereinfachen", sagte Dietrich.

Diskussion zur "Unzeit"

So seien im Zuge dieser Reform alle Sozialversicherungen auf eine einzige zentriert worden, über die sämtliche Zahlungen vom Kindergeld, Wohnbeihilfe, Krankenversicherungen bis zu Pensionen abgewickelt werden. Sozialminister Rudolf Hundstorfer möge "noch heuer einen runden Tisch auch mit Experten aus Schweden einberufen".

Nach Sozialminister Rudolf Hundstorfer und Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser hat jetzt aber auch der neue Präsident des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Peter McDonald, eine Zusammenlegung der 22 Krankenkassen abgelehnt.

Die Diskussion werde jetzt, während die Gesundheitsreform im Anlaufen sei, "zu einer Unzeit" geführt, sagte McDonald im Ö1-Mittagsjournal.

Eine Fusion stehe nicht im Fokus seiner Arbeit. Jetzt gehe es darum, den großen Brocken der Gesundheitsreform zwischen Bund Ländern und Sozialversicherungen zu koordinieren. Man stehe hier am Übergang eines "reißenden Flusses". (mue, DER STANDARD, 30.10.2014)

  • Wirtschaftskammerpräsident Leitl und das Team Stronach wollen die Krankenkassen zusammenlegen.
    foto: apa/fohringer

    Wirtschaftskammerpräsident Leitl und das Team Stronach wollen die Krankenkassen zusammenlegen.

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