Ein Frosch liebt New York City

29. Oktober 2014, 20:00
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US-Forscher spüren eine Kryptospezies auf: Rana kauffeldi dürfte in mindestens acht Bundesstaaten vorkommen

New York - Mitten im Großstadt-Dschungel von New York haben Wissenschafter eine neue Froschart identifiziert. Rana kauffeldi blieb lange unentdeckt, weil er äußerlich kaum von verwandten Arten aus der Gattung der Echten Frösche (Rana) zu unterscheiden ist. Seine Paarungsrufe, die von denen verwandter Spezies abweichen, brachten Forscher jedoch auf seine Spur, wie sie im Fachblatt "PLOS ONE" berichten.

In der Region sind unter anderem die Froscharten Rana pipiens und Rana sphenocephala heimisch. Einige Experten hatten bereits vermutet, dass es sich bei den verschiedenen Populationen tatsächlich um noch mehr unterschiedliche Arten handeln könne. Wenn sich eine Spezies äußerlich kaum von verwandten Arten unterscheiden lässt, spricht man von einer Kryptospezies.

Von der City bis zur Küste

Die Forscher um Jeremy Feinberg von der Rutgers University in New Brunswick (US-Bundesstaat New Jersey) gingen der Sache nun genauer nach. Sie analysierten vor allem die Paarungsrufe einzelner Exemplare. Außerdem analysierten sie das Aussehen der Tiere im Detail sowie verschiedene Erbgut-Marker.

Die Ergebnisse zeigten, dass in New York und in mindestens acht Bundesstaaten nördlich und südlich davon eine bisher unbeschriebene Art heimisch ist. Sie nannten sie Rana kauffeldi, in Erinnerung an den US-Wissenschafter Carl F. Kauffeld, der schon vor Jahrzehnten eine noch nicht identifizierte Art von Rana-Fröschen in der Region vermutet hatte.

Rana kauffeldi kommt vor allem in mäßig feuchten Flachland-Gebieten vor, zum Beispiel in Süßwasser-Feuchtgebieten entlang der Küste, im Haff oder in Flusstälern. Aber auch die City schreckt ihn nicht ab: Ein Exemplar wurde nur 15 Kilometer von der Freiheitsstatue entfernt entdeckt.

Entdeckungen sind immer noch möglich

Äußerlich variiert die Farbe des Froschs von hellem Grün bis zu dunklem Braun. Die Tiere haben zudem wie ihre nächsten Verwandten dunkle Flecken. Zur Paarungszeit finden sich fünf oder mehr Männchen zusammen und senden tieffrequente, nicht besonders gut hörbare Rufe aus.

Es sei der erste Froschlurch, der seit 1955 an der US-Atlantikküste neu entdeckt wurde, schreiben die Wissenschafter. Die Entdeckung zeige, dass auch in dicht besiedelten Gegenden gelegentlich noch neue Wirbeltierarten gefunden werden können. (APA/red, derStandard.at, 29. 10. 2014)

  • Gut getarnt: ein männliches Exemplar von Rana kauffeldi.
    foto: feinberg et al.

    Gut getarnt: ein männliches Exemplar von Rana kauffeldi.

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