Güldene Pantoffel für mit Rosenholz verkleidete Beine

29. Oktober 2014, 17:01
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Im Barock und im Rokoko erreichte die Kunst der Marketerie einen handwerklichen Höhepunkt. Im Gegensatz zur Intarsie (Plättchen aus Vollholz) handelt es sich um eine Technik, für die man exquisite Furniere auf preiswertem Blindholz aufleimte. Die Spezialisten bedienten sich dabei verschieden gemaserter und farbiger Furnierblätter. Beispielhaft dafür wartet beim Kunsthandel Reinhold Hofstätter (Wien) eine Kommode (um 1750/60), für die Ebenist Pierre Roussel die Maserung des Rosenholzes zur Strukturierung der Oberfläche einsetzte, begleitet von elegant geschwungenen Linien aus Amaranth- und Ahornholz.

Zeittypisch wurden für solche Möbel feuervergoldete Beschläge verwendet, wie auch bei einem Bureau Plat (um 1745) von Jean Demoulin beim Kunsthaus Wiesinger (Wels). Dieses mit Rosen- und Tulpenholz marketierte Louis-XV-Schreibmöbel weist ein weiteres Charakteristikum auf: die sich verjüngenden Beine zieren vergoldete "Pantöffelchen", sogenannte Sabots. (kron, Spezial, DER STANDARD, 30.10.2014)


Dieser Artikel entstand mit finanzieller Unterstützung von MAC Hoffmann. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim STANDARD.

  • Französische Kommode (um 1750/60) mit Marketerie.
    foto: kunsthandel hofstätter

    Französische Kommode (um 1750/60) mit Marketerie.

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