Erzherzog Karl trumpfte nicht nur in Aspern

29. Oktober 2014, 16:56
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Die in der Werkstatt Anton Kothgassers bemalten Gläser zählen seit dem Biedermeier zu begehrten Sammelobjekten. Einerseits wegen der qualitätsvollen Ausführung, andererseits ob des vielseitigen Motivrepertoires. Dazu gehören neben Ansichten von Sehenswürdigkeiten aus Wien und Umgebung Spielkartengläser oder mit Blüten verzierte Ranftbecher im aktuellen Messeangebot bei Kovacek Spiegelgasse (Wien).

Einen um 1820 datierten Ranftbecher ziert beispielsweise eine Habsburger-Tarockvariante, wobei die personifizierte Trull für jene drei Monarchen stand, deren Truppen Napoleon in der Völkerschlacht bei Leipzig besiegten. Dem Sieger von Aspern, Erzherzog Karl, kam dabei stets die Rolle des Reiters auf Tarock XXI (Mond) zu.

Der umlaufende florale Kranz eines anderen Ranftbechers hatte wiederum nicht nur dekorativen Zweck. Denn das Akrostichon der Anfangsbuchstaben der Blumen (Tulpe, Hyazinthe, Erika, Rose, Essigrose, Syringe (Flieder), Efeu) verweist auf eine einst damit beschenkte "Therese". (kron, Spezial, DER STANDARD, 30.10.2014)

Dieser Artikel entstand mit finanzieller Unterstützung von MAC Hoffmann. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim STANDARD.

  • Habsburger-Tarock: Erzherzog Karl als Mond (XXI).
    foto: kovacek spiegelgasse

    Habsburger-Tarock: Erzherzog Karl als Mond (XXI).

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