Stadt Bamberg erwirbt nachträglich Nazi-Raubkunst 

29. Oktober 2014, 13:24
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Schönborn'scher Löwenpokal für 350.000 Euro erworben

Bamberg - Die Stadt Bamberg hat nachträglich den sogenannten Schönborn'schen Löwenpokal erworben, der als Nazi-Raubkunst bereits seit Jahrzehnten im Historischen Museum der Stadt steht. Man habe sich mit den Erben auf den Ankauf einigen können, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Der Kaufpreis betrage 350.000 Euro.

Damit könne der Pokal künftig rechtmäßig in dem Museum gezeigt werden. Er war Siegtrophäe beim Bamberger "Freien Kunst- und Ritterschießen" im Jahre 1712. Lothar Franz von Schönborn - Mainzer Kurfürst und Fürstbischof von Bamberg in Personalunion - stiftete die Goldschmiedearbeit in Gestalt des Schönborn'schen Wappentieres. Die jüdische Sammlerin Emma Budge erwarb das Kunstwerk später.

Dank einer Untersuchung von Provenienzforschern stellte sich heraus, dass die Stadt Bamberg den Pokal am 4. Oktober 1937 bei einer Zwangsversteigerung für 3680 Reichsmark weit unter Wert erworben hatte. Daraufhin nahm die Stadt Kontakt mit den Erben auf. (APA, 29.10.2014)

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