Forensiker durchkämmten Südwesten Mexikos auf Suche nach Studenten

29. Oktober 2014, 07:25
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Tausende Beamte sind im Einsatz

Iguala - Auf der Suche nach Dutzenden verschleppter Studenten im Südwesten von Mexiko haben Forensiker ein Gelände in der Nähe einer Müllkippe durchsucht. Es gebe Zeugenaussagen, dass die jungen Leute an diese Stelle bei der Ortschaft Cocula im Bundesstaat Guerrero gebracht worden seien, sagte Generalstaatsanwalt Jesus Murillo Karam am Dienstag. An den Ermittlungen seien Tausende Beamte beteiligt.

Die Studenten waren vor einem Monat nach Auseinandersetzungen mit der Polizei in der Stadt Iguala verschleppt und später Mitgliedern der kriminellen Organisation "Guerreros Unidos" übergeben worden. Bisher ist ihr Schicksal völlig unklar. Nach Hinweisen mutmaßlicher Bandenmitglieder wurden bei Cocula Leichenteile entdeckt, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Gefährlichste Region Mexikos

Unterdessen kündigte Innenminister Miguel Angel Osorio Chong einen Sicherheitsplan für die Unruheregion an. In 17 Ortschaften der sogenannten Tierra Caliente im Norden von Guerrero würden Regionalkommandos der Sicherheitskräfte eingerichtet, sagte er nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts. Der Bundesstaat ist die gefährlichste Region Mexikos.

Derzeit sind 10.000 Bundespolizisten in Guerrero im Einsatz. Der Fall Iguala hatte die engen Kontakte der örtlichen Polizeieinheiten mit Gruppen des organisierten Verbrechens offen gelegt. Alle Polizeibeamten des Bundesstaats sollen nun überprüft werden.

Präsident empfängt Familienmitglieder

Die US-Regierung zeigte sich besorgt über die Situation. "Die Berichte über die Lage sind offensichtlich sehr beunruhigend", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest. Die mexikanische Bischofskonferenz forderte die Sicherheitskräfte auf, ihre Bemühungen zu verdoppeln, um die Vermissten zu finden.

Nach Angaben von Opfervertretern empfängt Präsident Enrique Pena Nieto am Mittwoch Familienmitglieder der verschleppten Studenten. Die Angehörigen würden Antworten verlangen und eine schnelle Lösung fordern, sagte der Sprecher der Gruppe, Felipe de la Cruz, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Das Präsidialamt bestätigte das Treffen zunächst nicht. (APA, 29.10.2014)

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