EU-Staaten bremsen beim Müll-Recycling

28. Oktober 2014, 19:14
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EU-Umweltkommissar Potocnik: "Abfall ist eine Riesenchance"

Luxemburg/Brüssel - Die EU-Staaten bremsen bei den geplanten härteren Vorgaben für das Recycling von Müll. Die von der EU-Kommission vorgeschlagenen neuen Ziele halten viele Staaten für zu ambitioniert. Das wurde beim Treffen der EU-Umweltminister am Dienstag in Luxemburg deutlich. Es gebe "ein Zögern bei den Staaten", sagte der Umweltminister Italiens, Gian Luca Galletti, nach der Debatte.

Die Europäer sollen nach dem Willen der EU-Kommission deutlich mehr Müll wiederverwerten. Dazu hatte EU-Umweltkommissar Janez Potocnik im Juli ein Gesetzespaket vorgelegt. Es sieht vor, dass bis zum Jahr 2030 insgesamt in jedem Staat 70 Prozent des Abfalls recycelt werden, bei Verpackungsmüll sogar 80 Prozent. Das wäre eine Verschärfung des bisher geltenden Ziels von 50 Prozent bis 2020.

Vorgaben nicht für Industrieabfälle

Die Vorgaben betreffen Müll aus Haushalten, Büros und Restaurants, aber keine Industrieabfälle. Potocnik betonte: "Abfall ist eine Riesenchance" und kritisierte: "Nicht alle haben das schon in Gänze begriffen."

Damit das Ziel verbindlich wird, müssen sich EU-Kommission, Staaten und EU-Parlament einigen - dies dürfte erst 2015 der Fall sein.

Das Recycling-Niveau ist in den EU-Staaten sehr unterschiedlich. Nach EU-Angaben wurden 2012 im EU-Schnitt 42 Prozent des Abfalls recycelt oder kompostiert. Deutschland führte die Liste mit 65 Prozent an, Rumänien war Schlusslicht mit 5 Prozent. Auf jeden EU-Bürger kommen im Schnitt rund 490 Kilogramm Abfall pro Jahr.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sagte: "Deutschland ist beim Recycling einer der Spitzenreiter in Europa." Sie warnte: "Europäische Zielvorgaben müssen aber praktikabel sein und dürfen nicht zu einer Erhöhung der bürokratischen Lasten führen - erst recht dann nicht, wenn es der Umwelt nicht viel nützt." (APA, 28.10.2014)

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