Tarifstreit bei Amazon prolongiert

28. Oktober 2014, 19:10
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Neue Streikwelle - Online-Versandhändler gibt sich unbeeindruckt

Bad Hersfeld/Leipzig - Im Streit um einen Tarifvertrag für die Belegschaft des Online-Versandhändlers Amazon in Deutschland haben Mitarbeiter am zweiten Tag in Folge ihre Arbeit niedergelegt. In den Verteilzentren in Bad Hersfeld, Leipzig, Graben bei Augsburg sowie Werne und Rheinberg (beide NRW) streikten am Dienstag nach Schätzungen von Verdi rund 2.000 Beschäftigte der Früh- und Spätschicht.

Amazon zählte in der Frühschicht etwa 850 Streikende. Am Montag hatten sich nach Unternehmensangaben etwa 1.400 Mitarbeiter an der Aktion beteiligt. Eine Annäherung in dem Streit ist nicht in Sicht.

Der Online-Versandhändler erklärte erneut, dass seine Kunden den Ausstand nicht spüren werden. Die Mehrheit der bundesweit insgesamt rund 9.000 Beschäftigten arbeite regulär.

Verdi versucht seit einem Jahr, das Unternehmen mit Streiks zu Tarifverhandlungen zu bewegen. Die Gewerkschaft verlangt eine Bezahlung nach dem Tarif des Einzel- und Versandhandels sowie Schutzregeln zu Arbeitszeiten, Urlaub oder Pausen. Amazon sieht sich selbst jedoch als Logistikunternehmen: "Unsere Mitarbeiter nehmen Ware aus Regalen, verpacken und versenden sie."

Damit stehe Amazon im Wettbewerb zu anderen Logistikern. Das Unternehmen verweist zudem auf flexible Leistungen wie Aktienzuteilungen, Altersvorsorge und Sonderzahlungen zu Weihnachten.

In Bad Hersfeld, Leipzig, Graben und Rheinberg hat Verdi bis einschließlich Mittwoch zum Ende der Spätschicht zum Streik aufgerufen. In Werne sollte zunächst bis einschließlich Dienstag zum Ende der Spätschicht gestreikt werden - die Beschäftigten beschlossen laut Verdi dann aber, ihren Ausstand auch bis Mittwoch zu verlängern.

Am größten Amazon-Logistikzentrum in Bad Hersfeld will Verdi am Mittwoch über mögliche weitere Streiks beraten. In München ist am Mittwoch eine Kundgebung vor der deutschen Amazon-Zentrale geplant.

Am Leipziger Standort landete am Dienstag eine Drohne, die einen übergroßen Tarifvertrag transportierte. Die Aktion sollte zeigen, "dass wir nicht nachlassen und noch viele Ideen haben", sagte der örtliche Streikleiter. (APA, 28.10.2014)

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