Bestechungsvorwurf: Haider-Gesellschaft wehrt sich

28. Oktober 2014, 18:39
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Der ehemalige Chef der BayernLB habe sich mit dem Geständnis, Kärntens Ex-Landeshauptmann bestochen zu haben, eine mildere Strafe ausgehandelt, erklärt der Verein

Wien/Klagenfurt/München - Die "Dr.-Jörg-Haider-Gesellschaft" hat sich am Dienstag gegen die Vorwürfe gegen den früheren Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (FPÖ/BZÖ) gewehrt, dieser habe sich schmieren lassen. Am Montag hatte Ex-BayernLB-Chef Werner Schmidt vor Gericht in München gestanden, es seien im Zuge des Kaufs der Kärntner Hypo Alpe Adria 2,5 Millionen Euro an Haider geflossen.

"LH Dr. Jörg Haider ist nicht bestochen worden", erklärte der Anwalt der als Verein organisierten Haider-Gesellschaft, Alexander Scheer, in einer Aussendung. Präsidentin des Vereins ist Haiders Witwe Claudia Haider. Scheer teilte weiters mit, dass "im Zuge der Kaufverhandlungen ein Sponsoring für den Kärntner Fußball ausverhandelt wurde".

Staatsanwaltschaft Klagenfurt prüft

Bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt wird indes in Sachen Fußballstadion weiter ermittelt. "Es wird derzeit geprüft, welche Personen involviert waren. Ob über den verstorbenen Landeshauptmann hinaus weitere Personen involviert waren, können wir noch nicht sagen. Das ist Gegenstand der Prüfungen", zitierte orf.at den Leiter der Staatsanwaltschaft, Josef Haißl.

Diese Ermittlungen seien mit Rücksicht auf das laufende Schmidt-Verfahren in Deutschland zurückgestellt worden, so Haißl. Es seien "selbstverständlich" Rückschlüsse zu erwarten. Man warte nun das schriftliche Urteil aus München.

"Sponsoring war kein Geheimnis"

Die Haider-Gesellschaft betonte hingegen, das Sponsoring sei "nie ein Geheimnis" gewesen und sei auch beidseitig erfüllt worden. Auf Nachfrage der APA wollte Scheer die genaue Ausformung des Sponsorings aber nicht konkretisieren, und auch nicht, ob Haider womöglich ein höheres "Sponsoring" als 2,5 Millionen Euro gefordert hatte. Das wisse man nicht, "weil Jörg tot ist".

Die "Dr.-Jörg-Haider-Gesellschaft" schrieb auch, dass man bisher "nicht auf jede mediale Schmähung des verstorbenen Landeshauptmanns Dr. Haider reagiert" habe. Da sich nun aber "leider ein vor Gericht stehender Angeklagter durch eine post mortem gegen Dr. Jörg Haider gerichtete Beschuldigung eine mildere Strafe ausgehandelt hat", habe man das festhalten wollen. (APA, 28.10.2014)

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