Angeschossener Storch ist nach Monaten wieder flugfähig

Ansichtssache29. Oktober 2014, 09:03
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Haringsee/Wien - Ein glückliches Ende findet die Geschichte um jenen Storch, der im Mai dieses Jahres im burgenländischen Pamhagen von einem Unbekannten angeschossen und in die von Vier Pfoten unterstützte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) gebracht worden war. Das Tier, das einen offenen Flügelbruch und eine abgebrochene Schnabelspitze hatte, lief Gefahr, für immer flugunfähig und damit Dauerpatient in der EGS zu bleiben. Mitte September begann der Storch aber dann doch wieder zu fliegen.

"Zunächst flog er nur kurze Strecken, um seine Muskulatur wieder zu trainieren", berichtet Brigitte Kopetzky von Vier Pfoten. "Mittlerweile schafft er auch schon längere Distanzen. Dennoch hat er sich dieses Jahr noch nicht dem Vogelzug nach Süden angeschlossen und wird den Winter noch in der EGS verbringen." Da der Storch den Vogelzug schon einmal mitgeflogen ist, kann er dies auch nächstes Jahr wieder tun; nur Jungtiere, die im ersten Jahr nicht mitfliegen, erlernen es auch später nicht mehr.

Ästchen tauschen und Schnabel klappern

Das Leben in der EGS scheint ihm aber ohnehin zu behagen: Mit den restlichen acht Störchen, die derzeit in der EGS sind, versteht er sich gut. Ganz besonders scheint es ihm aber ein bestimmter Artgenosse angetan zu haben, berichtet Brigitte Kopetzky: "Oft stehen sie ganz dicht beieinander, klappern gemeinsam und tauschen kleine Ästchen aus. Wir sind alle sehr gespannt, ob die beiden ein Paar werden."

Da trifft es sich auch gut, dass die Mitarbeiter der EGS gerade erst ein Storchennest fertig gebaut haben. "Er zeigt sich äußerst interessiert. Vielleicht wird dieser neue Nistplatz ja die Basis für eine Storchenfamilie, die kommendes Jahr in Haringsee brüten wird", meint Kopetzky.

Keine Handaufzucht der Patienten

In der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte 2013 rund 520 Tieren geholfen werden, darunter über 400 Wildvögel, wobei davon rund zwei Drittel Jungvögel waren. Alle Jungtiere wurden durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90 Prozent wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. (jus, derStandard.at, 28.10.2014)

Mehr Informationen zur EGS

foto: vier pfoten/stefan knöpfer
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