Instagram-Troll postet tote Tiere und löst Shitstorm aus

28. Oktober 2014, 15:25
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Der junge New Yorker sieht seine Bilder als Kunstprojekt. Nun wird er bedroht, möchte aber auf jeden Fall weitermachen

Was könnte andere Internetnutzer noch so wirklich aufregen? Für einen jungen New Yorker Studenten war die Antwort auf diese Frage klar: Bilder von toten Tieren. Deshalb begann er vor rund einem Jahr, auf seinem Instagram-Account ebensolche Fotos zu veröffentlichen. Um die Provokation noch eine Stufe zu steigern, nannte er seinen Instagram-Account noch in "Dead Animals I Killed" um, obwohl es sich bei den Bildern natürlich um Bilder aus dem Netz handelt.

Deutsche Mädchen entdecken Profil

Zuerst passierte wenig – die meisten Follower des ursprünglichen Accounts verbannten den Troll nach den ersten Fotos einfach aus ihrer Timeline. Doch vor einigen Monaten entdeckte kurioserweise eine "Reihe von jungen deutschen Mädchen" das Instagram-Konto – und ging dem Troll hundertprozentig in die Falle. "Was ist mit dir los! Stell dir vor du wärst dass (sic!)" postete ein Mädchen, eine andere beschwerte sich über die "Missgeburt", die Tiere quälte.

Postings sind Kunstprojekt, so der Troll

"Die Intention meines Scherzes muss bei der Übersetzung verlorengehen", so der Account-Betreiber im Interview mit Vice (US). Er sieht seine Postings selbst als Projekt, will quasi den Werdegang eines fiktiven Serienmörders auf Instagram inszenieren. Am besten gefielen ihm Bilder, auf denen die Tiere nicht verwundet seien, so der Troll im Interview: "Der Charakter, den ich entworfen habe, vergiftet gerne Alpakas und Adler."

Freundin "hasst" Projekt

Aufhören möchte der junge Student momentan nicht. Seine Familie wisse Bescheid, auch wenn seine Freundin das Projekt "hasse". Die beleidigenden Kommentare auf Instagram machten ihm nichts aus, ebenso wenig das tägliche Durchwühlen von Fotos toter Tiere. Vor einer Tierspezies hatte der Troll übrigens eigentlich noch Respekt: "Ich würde mich schlecht fühlen, wenn ich Bilder einer toten Katze posten würde." Allerdings solle man ihm Zeit lassen: "Wenn ich weiter abstumpfe, geht es vielleicht in ein paar Monaten". (fsc, derStandard.at, 28.10.2014)

  • Am liebsten sind dem Troll Bilder von toten Tieren, die keine Wunden aufweisen - "als habe man sie vergiftet".
    screenshot/instagram

    Am liebsten sind dem Troll Bilder von toten Tieren, die keine Wunden aufweisen - "als habe man sie vergiftet".

  • Der Instagram-Account soll aufregen - und erreicht dieses Ziel zu hundert Prozent.
    screenshot/instagram

    Der Instagram-Account soll aufregen - und erreicht dieses Ziel zu hundert Prozent.

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