Neue Euro-Scheine fordern Forensiker

28. Oktober 2014, 13:14
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Die neuen Fünf- und Zehn-Euro-Noten erfordern neue Methoden in der forensischen Bearbeitung, Kokainspuren sind keine Seltenheit

Wien - Seit September wird mit ihnen bezahlt: Die neuen Fünf- und Zehn-Euro-Noten. Sicherer und länger haltbar sollen sie sein - deswegen auch ihre schrittweise Einführung. Genau genommen sollte so ein neuer Zehner einen Waschvorgang mit bis zu 60 Grad anstandslos überstehen. Bleicht er aus, kann man ihn auch problemlos gegen neue Scheine umtauschen. Auch wieviel die Produktion kostet, ist bekannt: Ein Schein kommt auf etwa sieben Cent.

Neue forensische Methoden

Daneben erfordern die neuen Scheine aber auch neue Methoden in der forensischen Bearbeitung. Weil sie weniger saugfähig sind als die alten, müssen zur Sicherstellung von Fingerabdrücke andere Verfahren angewendet werden erklärt das Bundeskriminalamt (BK) gegenüber der Austria Presseagentur.

Das deutsche Nachrichtenmagazin "Focus" hatte dieser Tage überhaupt verbreitet, dass die neuen Scheine wegen ihrer Lackierung die Sicherstellung von Fingerabdrücken verhindern würden. Das wird beim BK relativiert: Die neuen Verfahren "ergeben aber gute Ergebnisse, für eher kurz vor der Sicherstellung auf sie (die Scheine, Anm.) gelangte Spuren", betonte BK-Sprecher Mario Hejl. Ältere Spuren würden wohl leichter durch die Handhabung der Scheine zerstört, hätten aber meist keine große Bedeutung für die Arbeit der Kriminalisten.

Fingerabdrücke

Im BK wurden heuer auf etwa 50 Banknoten Fingerabdrücke sichergestellt. Das seien aber keine bundesweiten Erkenntnisse, betonte Hejl. Zahlen zur Arbeit der Landeskriminalämter in diesem Zusammenhang hatte er nicht zur Verfügung.

Hejl bestätigte, dass Geldscheine eine Zeit lang ziemlich en vogue waren, wenn es um den Nachweis von Kokainspuren ging. Das galt ebenso für den Nachweis von Spuren von Alarmpaketen. Die Euro-Noten der vergangenen Serie wiesen laut Bundeskriminalamt zu 90 Prozent Spuren der Droge nach, die meist mit einem Röhrchen - in der Regel ein zusammengerollter Geldschein - durch die Nase gezogen wird.

Rückschlüsse auf einen überbordenden Kokain-Konsum der Österreicher ließen sich dadurch aber nicht ziehen. Die Kontamination erfolgte in Geldzählmaschinen. War ein Schein kontaminiert, verteilte sich das Kokain auf die meisten anderen Noten in der Maschine. Zu den neuen Fünfern und Zehnern hatte das BK noch keine Erkenntnisse. Es sei aber zu vermuten, dass sich an der Situation nichts geändert habe. (APA/red, derStandard.at, 28.10.2014)

  • Der neue Fünfer.
    foto: ap/gambarini

    Der neue Fünfer.

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