Kritik am Plan zum Schutz des Great Barrier Reef

28. Oktober 2014, 13:39
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Maßnahmen für Rettung des Naturwunders werden als ungeeignet angesehen

Sydney – Die von der australischen Regierung angekündigten Maßnahmen zum Schutz des vor der Ostküste gelegenen Great Barrier Reef sind nach Einschätzung führender Wissenschafter ungenügend und werden den Niedergang des Naturwunders langfristig nicht aufhalten. Das Korallenriff ist Heimat vieler seltener Tier- und Pflanzenarten; und es ist auch grundlegend für das Funktionieren des Ökosystems der Meere.

Die australische Akademie der Wissenschaften erklärte am Dienstag, die Pläne der Regierung berücksichtigten weder die Auswirkungen des Klimawandels noch gäben sie eine Antwort auf die Probleme der Wasserqualität, der Küstenentwicklung und der Fischerei.

Verfall des Riffs wird nicht gestoppt

Das Akademiemitglied Terry Hugues sagte, für die Wissenschaft sei klar, dass das Korallenriff dabei sei abzusterben. Mit dem Plan lasse sich der Verfall des Riffs nicht stoppen und noch nicht mal sein gegenwärtiger Zustand erhalten. Das Maßnahmenpaket sei eher darauf ausgerichtet, kurzfristig die UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) zu besänftigen. Diese hatte Australien dazu gedrängt, bis zum 1. Februar 2015 einen Bericht über Schutzmaßnahmen für das Korallenriff vorzulegen. Die Unesco drohte, das Weltnaturerbe Great Barrier Reef andernfalls als "gefährdet" einzustufen.

Hugues zufolge reichen die Pläne nicht aus, um die Meeresverschmutzung durch die Landwirtschaft zu verringern. Er verwies auf Baggerarbeiten für Kohlehäfen und auf die Absicht der Regierung des Bundesstaats Queensland, die Landwirtschaftsproduktion bis 2040 zu verdoppeln. Das Überleben des Riffs hänge ab von der Verringerung der Umweltverschmutzung, der Einschränkung der Fischerei und der Reduzierung der Kohleemissionen aus fossilen Brennstoffen.

Ausnahmen bei Nachhaltigkeitsplan

Umweltminister Greg Hunt hatte im September den "Riff-2050-Langzeit-Nachhaltigkeitsplan" vorgelegt. Dieser sieht unter anderem ein Verbot der Entwicklung neuer Häfen im Fitzroy-Delta, in der Keppel Bay und auf der Insel Curtis im Bundesstaat Queensland vor. Für zehn Jahre sollen zudem in und um das Korallenriff keine Aushubarbeiten für neue Häfen oder zum Ausbau bestehender Häfen vorgenommen werden dürfen. Allerdings sind Ausnahmen für als wichtig eingestufte Entwicklungsprojekte vorgesehen. Umweltorganisationen kritisieren den Plan als ungenügend.

Seit Jahren schrumpft das Korallenriff infolge des Klimawandels sowie der Wasserverschmutzung, der Hafenwirtschaft und der Fischerei. Zusätzlich wird das Riff durch eine Plage von Dornenkronenseesternen belastet, die sich von Korallen ernähren. (APA/AFP, 28.10.2014)

  • Seit Jahren schrumpft das Korallenriff infolge des Klimawandels sowie der Wasserverschmutzung, der Hafenwirtschaft und der Fischerei.
    foto: ap/queensland tourism

    Seit Jahren schrumpft das Korallenriff infolge des Klimawandels sowie der Wasserverschmutzung, der Hafenwirtschaft und der Fischerei.

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