Stoltenberg: "Nato will keine Konfrontation mit Russland"

28. Oktober 2014, 12:19
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Norweger schließt in programmatischer Rede neuen Kalten Krieg aus. Kompromisse bei Sicherheit aber ebenso

Brüssel – "Die Nato sucht nicht die Konfrontation mit Russland, und niemand will einen Kalten Krieg" – Der seit Monatsanfang amtierende Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat sich bei seiner ersten programmatischen Rede am Dienstag moderater als sein dänischer Amtsvorgänger Anders Fogh Rasmussen präsentiert. Klar sei aber, dass man keinen Kompromiss bei der Sicherheit Europas und Nordamerikas machen könne.

Suche nach konstruktiver Basis

Letztlich müsse man mit Russland eine konstruktive Basis finden, unterstrich Stoltenberg vor dem German Marshall Fund in Brüssel. Allgemein gelte in Krisenregionen: "Es ist besser, miteinander zu reden und einander zu verstehen, als nicht zu sprechen und die Grundlage für politische Verständigung zu unterminieren."

Zugleich bedeute dies aber: "Wir müssen die Nato stark halten – als politische und militärisch Allianz." Deshalb sei seine Priorität klar, unterstrich Stoltenberg: "Mein erstes Ziel ist, das Schrumpfen der Verteidigungsbudget zu stoppen." Und man bleibe bei der Politik der offenen Tür für neue Mitglieder. Dabei gelte es, die transnationale Partnerschaft felsenfest zu halten: "Wir brauchen einander mehr denn je." So werde die Nato auch die aktuellen, turbulenten Zeiten überstehen.

Dies sei ihm ein persönliches Herzensanliegen, machte der einstige norwegische Ministerpräsident klar: "Ich bin in einer Welt aufgewachsen, die sich damals so gefährlich anfühlte wie heute." Die Quelle der Beruhigung kann Stoltenberg dabei heute noch ausmachen: "Ich habe mich als Kind dank der Nato sicher gefühlt." Und so sei sein Ziel, dass es künftigen Generationen dank der Nato ebenso gehe. (APA/red, 28.10.2014)

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