IS bekräftigt mit neuem Geiselvideo Anspruch auf Kobane

28. Oktober 2014, 08:55
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Terrormiliz will einen Briten in umkämpfter Stadt gefilmt haben - Internationale Koalition will Kampf gegen IS auch im Internet gewinnen

Mursitpinar/Damaskus - Mit der Veröffentlichung von Videoaufnahmen ihrer britischen Geisel John Cantlie hat die Jihadistenbewegung "Islamischer Staat" (IS) ihren Anspruch auf die syrische Stadt Kobane bekräftigt. Das am Montag im Internet veröffentlichte Video zeigt den 43-Jährigen mutmaßlich in der umkämpften Kurdenstadt, wie er Angaben über Rückschläge für die Miliz zurückweist.

Die internationale Militärkoalition vereinbarte indes, im Kampf gegen die IS verstärkt das Internet ins Visier zu nehmen.

IS: "Sieg nur Frage der Zeit"

Cantlie spricht in dem Video vor dem Hintergrund einer von Kämpfen zerstörten Stadt in die Kamera und weist Angaben zurück, wonach der Vormarsch der IS-Kämpfer abgemildert worden sei. Die IS kontrolliere vielmehr den Osten und den Süden der Stadt, und der Sieg der Kämpfer über Kobane sei nur eine "Frage der Zeit", sagt Cantlie.

In dem Video fehlte jeder Hinweis darauf, wann es aufgenommen wurde, Cantlie bezieht sich darin aber auf einen BBC-Bericht sowie auf Aussagen des Pentagons von Mitte Oktober. Die Aufnahmen der Stadt, darunter auch Luftaufnahmen, die angeblich von einer "Drohne der Armee des Islamischen Staates" gemacht wurden, stimmen mit Satellitenbildern von Kobane aus der Zeit vor dem Konflikt überein.

Der IS ist im Internet vor allem in sozialen Netzwerken aktiv, um Sympathisanten anzusprechen. Die radikalsunnitische Organisation veröffentlicht im Internet auch immer wieder Videos von brutalen Hinrichtungen Andersgläubiger und westlicher Geiseln, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Auch für angebliche militärische Erfolge nutzt die IS das Netz, wie auch im Fall Cantlies.

Koalition will sich verstärkt dem Internet widmen

Die Teilnehmer einer Konferenz der Militärkoalition gegen die IS vereinbarten deshalb am Montag, sich künftig stärker auf das Internet zu konzentrieren. Die IS führe mit ihrer dort verbreiteten Propaganda einen "grausamen Krieg" mit dem Ziel, "Unschuldige zu rekrutieren", sagte der zuständige US-Koordinator John Allen in Kuwait-Stadt. Die IS werde "erst dann wirklich besiegt sein, wenn wir ihren Botschaften an die verwundbaren Jugendlichen die Legitimität absprechen", sagte der frühere General.

Der US-Vertreter Rick Stengel brachte neben der Militärkoalition die Bildung einer weiteren Allianz ins Spiel, die sich ausschließlich mit dem Propaganda-Thema beschäftigen soll. An dem Treffen nahmen neben den USA Vertreter aus Bahrain, Ägypten, Irak, Jordanien, Libanon, Oman, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie aus Großbritannien und Frankreich teil. (APA, 28.10.2014)

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