Android 5.0 soll Aus für Provider-Bloatware bringen

28. Oktober 2014, 08:42
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"Play Auto Install" statt fixer Vorinstallation - Unklarheiten ob Nexus-6-Auslieferung über Netzanbieter zu Update-Verzögerungen führt

Für viele Nutzer sind sie ein echtes Ärgernis: Jene Apps, die die Netzanbieter zusätzlich auf den über sie verkauften Smartphones installieren. Während Apple solcherlei Modifikationen seit Jahren untersagt, ist diese Praxis im Android-Umfeld Gang und Gäbe. Nun will aber offenbar auch Google gegen solche "Bloatware" vorgehen - wenn auch auf etwas anderem Weg.

Automatische Installation

So bekommen die Netzanbieter ab Android 5.0 einen neuen Mechanismus namens "Play Auto Install" angeboten, wie aus einem Bericht von Arstechnica hervorgeht. Dieser erlaubt die automatische Installation von Apps während des Setup-Prozesses von Android. Die Idee dahinter ist, dass die Provider ihre Apps nicht mehr länger fix - und damit nicht so ohne weiteres entfernbar - auf den Geräten speichern. Per Play Auto Install eingerichtete Programme können hingegen von den Nutzern wie normale Play-Store-Apps auch deinstalliert werden.

Vorteile

Dieser Mechanismus hat aber nicht nur für die Nutzer Vorteile. So können die Netzanbieter auf diese Weise nachträglich das Set an Apps verändern, das mit einem Geräte ausgeliefert werden soll. Und die Hardwarehersteller profitieren davon, dass sie potentiell weniger Varianten ihrer Firmware verwalten müssen. Trotzdem gilt es natürlich abzuwarten, ob sich die Smartphone-Hersteller und Netzanbieter auf Play Auto Install einlassen - oder lieber weiter den traditionellen Weg beschreiten. Ganz neu ist dieses Konzept übrigens nicht, kommt es doch schon bei den für Schwellenländer gedachten Geräten der Android-One-Serie zum Einsatz.

Setup

Auch sonst bringt der Setup-Prozess von Android 5.0 noch einige Neuerungen, die in der aktuellen Preview-Version noch nicht zu sehen sind. Dazu gehört die Möglichkeit, einzelne bei Google gespeicherte Backup-Profile für die Wiederherstellung gezielt auszuwählen. Zudem gibt es nun eine separate Update-Funktion für den Setup-Prozess selbst, wodurch dieser noch vor der Einrichtung aktualisiert werden kann.

Erkenntnisse aus der Developer Preview

Apropos Preview: Zum ersten Mal hat Google vorab eine solche für Entwickler gedachte Vorschauversion seines Betriebssystems zur Verfügung gestellt, und man scheint mit den Ergebnissen zufrieden zu sein. "Wir haben viel gelernt", so Brian Rakowski, Vizepräsident für Produktmanagement in der Android-Abteilung. Das Feedback der Entwickler habe dazu motiviert, in Zukunft noch größere Änderungen vorzunehmen. Zudem hofft das Unternehmen darauf, dass es für Android 5.0 dank der "Developer Preview" schneller Updates geben wird als bei früheren Versionen. Aktuell gibt es zumindest erste Anzeichen, dass dem tatsächlich so sein könnte. Einige Hardwarehersteller haben bereits angekündigt ihre Top-Geräte noch dieses Jahr mit Updates beliefern zu wollen.

Nexus 6

Ein weiteres Thema der Konversation von Arstechnica mit Google war die Nexus-Reihe - und hier konkret das Nexus 6. So verweist Android- und Nexus-Entwicklungschef Dave Burke bei Nachfrage zum im Vergleich zum Vorgänger deutlich gesteigerten Preis einmal mehr darauf, dass man dieses Mal bewusst auf Premium-Hardwareausstattung gesetzt habe. Durch die vielen Deals mit Netzanbietern, würden aber ohnehin viele Konsumenten - zumindest in den USA - das Nexus 6 mit einem Vertrag kaufen.

Kooperation

Überhaupt ist es das erste Mal seit Jahren, dass ein Nexus-Smartphone über große US-Provider vertrieben wird. Hatte sich Google doch eigentlich nach der missglückten Kooperation mit Verizon für das Galaxy Nexus von diesem Vertriebsweg verabschiedet. Offen bleibt dabei, ob diese Art der Kooperation wieder zur Folge haben wird, dass die bei Netzanbietern angebotenen Nexus 6 mit eigener Softwareausstattung kommen werden. In der Vergangenheit hatte dies eine deutlich verspätete Update-Auslieferung im Vergleich zu frei gekauften Geräten zur Folge.

Always-On

Und noch ein technisches Detail: Sowohl Nexus 6 als auch Nexus 9 enthalten einen Spezialchip, um "Always-On"-Sprachsteuerung stromsparend zu ermöglichen. Beim Nexus 6 soll dies ein Ti C55 sein, und damit der selbe Chip, der auch beim Moto X zum Einsatz kommt. Mit Android 5.0 werden solche Zusatzprozessoren erstmals direkt in Googles Betriebssystem unterstützt. (apo, derStandard.at, 28.10.2014)

  • Geht es nach Google soll die Softwareausstattung so manch künftiger Android-Geräte weniger aufgebläht sein als bisher.
    foto: lucasfilm

    Geht es nach Google soll die Softwareausstattung so manch künftiger Android-Geräte weniger aufgebläht sein als bisher.

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