Kolumbien will europäischen Fonds für Zeit nach FARC-Krise

28. Oktober 2014, 06:07
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Santos reist kommende Woche unter anderem nach Deutschland

Bogota - Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos will bei seiner Europareise in der kommenden Woche um finanzielle Unterstützung für die Zeit nach der Lösung des Konflikts mit den FARC-Rebellen werben. In einem Interview sagte Santos in der Hauptstadt Bogota, er wolle sich für die Einrichtung eines "europäischen Finanzfonds zur Vorbereitung der Zeit nach dem Konflikt" einsetzen.

Der Präsident trifft kommende Woche seine Kollegen in Deutschland, Spanien und Belgien sowie in Portugal, Frankreich und Großbritannien.

"Ältester Konflikt der westlichen Welt"

Die Auseinandersetzung mit den Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) sei der "älteste Konflikt der westlichen Welt, einige sagen sogar der ganzen Welt", sagte Santos AFP. Sollte es zu einem dauerhaften Frieden kommen, habe das "Auswirkungen weit über die Grenzen Kolumbiens hinaus". Wichtig seien dann unter anderem wirtschaftliche Investitionen in Projekte zur Integration ehemaliger Kämpfer.

Die kolumbianische Regierung führt seit zwei Jahren in Kuba Friedensgespräche mit einer FARC-Delegation. Die FARC sind Kolumbiens größte Guerilla-Organisation. Im Konflikt mit Regierungstruppen und Paramilitärs wurden in den vergangenen fünf Jahrzehnten Hunderttausende Menschen getötet.

Positive Effekte für Umwelt versprochen

Bisher wurden bei den Friedensgesprächen einzelne Vereinbarungen erzielt, unter anderem eine Landreform und eine Einigung im Kampf gegen den Drogenhandel. Kolumbien sei seit Jahrzehnten der "größte Kokain-Lieferant der Welt", gestand Santos ein. Er will deshalb nun in Europa auch für Investitionen in Alternativen zu Koka-Plantagen werben - die Pflanze wird zur Herstellung von Kokain verwendet.

Nicht zuletzt verspricht sich Santos von einem Frieden mit der FARC auch positive Effekte für die Umwelt. Die Rebellen versteckten sich oft in ländlichen Gebieten und der Kampf gegen die bewaffneten Gruppen habe in der Vergangenheit unter anderem "der Umwelt, den Wasserquellen und Tropenwäldern geschadet", sagte er AFP. Santos war im Sommer wiedergewählt worden. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die Verhandlungen mit der FARC in seiner zweiten Amtszeit abzuschließen. (APA, 28.10.2014)

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