Immo-Investments: Rekordjahr bahnt sich an

28. Oktober 2014, 05:30
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Experte erwartet 2,9 Milliarden Euro im Gesamtjahr – Drei Viertel des Geldes stammt aus dem Ausland

Investitionen in österreichische Gewerbeimmobilien boomen: Im dritten Quartal wuchs der Markt mit einem Volumen von 770 Millionen Euro um rund 48 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, berichtet der Immobiliendienstleister CBRE in einer Aussendung. In den ersten neun Monaten wurden damit insgesamt 2,1 Milliarden Euro in heimische Immobilien investiert. Georg Fichtinger, Head of Capital Markets bei CBRE Österreich, erwartet nun für das Gesamtjahr einen absoluten Rekord von 2,9 Milliarden Euro. Selbst in den beiden letzten Boomjahren 2007 und 2008 wurde dieses Niveau knapp nicht erreicht.

Viel Geld aus dem Ausland

Ähnlich wie in 2008 waren übrigens wieder hauptsächlich internationale Investoren für die hohen Umsätze verantwortlich. Bisher kamen heuer 76 Prozent des investierten Geldes von internationalen Investoren, ein rundes Drittel davon aus Deutschland. Österreichische Investoren waren mit 24 Prozent klar in der Minderheit. Im Vorjahreszeitraum wurden noch 77 Prozent der Investments von Österreichern getätigt.

Nach der klaren Dominanz der Einzelhandelstransaktionen eroberten im dritten Quartal wieder die Büroimmobilien Platz eins mit rund 43 Prozent des Transaktionsvolumens. Zu den wesentlichen Transaktionen in diesem Segment zählten der Verkauf der neuen ÖBB-Zentrale am Wiener Hauptbahnhof an die BA Real Invest und der erste Teil des Büroobjektes Gate 2 in 1030 Wien an Deka. Ebenfalls einen wesentlichen Anteil an den Büroinvestments hatte der Verkauf der Millennium City.

Hoher Logistik-Anteil

36 Prozent der Investments flossen in den Retail-Sektor. Auch hier floss die Millennium City mit ihrer integrierten Shoppingmall (ca. 24.000 m²) in die Statistik ein.

Weiters berichtet CBRE von einem außergewöhnlich hohen Anteil an Logistikimmobilien. Der üblicherweise eher unterrepräsentierte Sektor war im dritten Quartal durch den Verkauf dreier Objekte aus einem europaweiten Logistikportfolio mit ca. vier Prozent vom Gesamttransaktionsvolumen wieder ähnlich hoch wie im 2. Quartal 2012, allerdings bei einem damals deutlich geringeren Gesamttransaktionsvolumen. Bei Hotels und gewerblichen Wohnimmobilien gab es im dritten Quartal laut CBRE keine wesentlichen Transaktionen.

Minus 74 Prozent in Polen

Auf dem gesamteuropäischen Investmentmarkt gab es im dritten Quartal 2014 ein Plus von 27 Prozent. Die Kernmärkte Deutschland (+30 Prozent) und Großbritannien (+24 Prozent) waren für diesen hohen Anstieg hauptverantwortlich. Sogar vervielfacht haben sich die Investments in Spanien (+174 Prozent) und Irland (+240 Prozent), allerdings ausgehend von sehr niedrigen Niveaus.

Auch in Tschechien gab es ein starkes Plus von 104 Prozent, vor dem Hintergrund einer insgesamt sehr heterogenen Marktentwicklung in CEE. In Polen brachen die Investments etwa um 74 Prozent ein. In der restlichen CEE-Region waren die Investments im dritten Quartal um rund 144 Prozent höher als im Vergleichszeitraum 2013. (red, derStandard.at, 28.10.2014)

  • Der Turm am neuen Wiener Hauptbahnhof, der die neue ÖBB-Zentrale beinhaltet, wurde im Frühjahr vom Bank-Austria-Fonds Real Invest Austria erworben.
    foto: öbb/bönsch

    Der Turm am neuen Wiener Hauptbahnhof, der die neue ÖBB-Zentrale beinhaltet, wurde im Frühjahr vom Bank-Austria-Fonds Real Invest Austria erworben.

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