Schönheitskur: Honda VFR800X Crossrunner

Ansichtssache27. Oktober 2014, 17:24
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Nach der neuen VFR darf nun auch der Stelzentourer Crossrunner mit dem erstarkten V4-Motor auf Reisen gehen

foto: honda

Da brauchen wir nicht lange um den heißen Brei herum reden. Das Schlimmste an der Crossrunner war immer die Optik. Sie vermittelte den Charme von Bundfaltenhosen, die Spritzigkeit eines Kachelofens und den Sex-Apeal einer Schrundensalbe. Dabei war das Motorrad mehr als nur gut. Der V4-Motor passte gut zur zahmen Touring-Idee, das Handling war ausgezeichnet, Fahrwerk und Bremsen ließen keine großen Wünsche offen. Trotzdem hat Honda an mehreren Stellen nachgebessert und bringt 2015 die Nachfolger-Crossrunner auf den Markt.

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Das Wichtigste: Sie schaut jetzt richtig scharf aus, ist erwachsener geworden und geht optisch deutlich in die Richtung der größeren Crosstourer. Nicht nur, dass Honda beim Frontscheinwerfer, dem Rücklicht und den Blinkern auf LED-Technik setzt, übernimmt die Crosstourer von der VFR auch den sich selbst rückstellenden Blinker.

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Das System funktioniert tadellos, egal ob man überholt oder abbiegt. Anhand der unterschiedlichen Umlaufzeiten von Vorder- und Hinterrad erkennt die Honda, ab wann das Manöver beendet ist und stellt den Blinker wieder ab.

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Natürlich übernimmt die Crossrunner auch den neuen V4-Motor von der VFR. 90 Grad. V-Tec. Das Bekannteeben. Für den Einsatz in der Crossrunner wurde nicht lange herumgebastelt. Auch dort leistet das Aggregat 106 PS (plus 6 PS im Vergleich zur Vorgängerin) bei 10.250 Umdrehungen und hat ein Drehmoment von 75 Newtonmeter (plus 2,2 Newtonmeter) bei 8.500 Umdrehungen.

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Das passt ganz gut, vor allem deswegen, weil der V4, der ja bei niedrigen Drehzahlen im Zwei-Ventil-, bei höheren Drehzahlen im Vier-Ventil-Modus arbeitet, sauber von unten heraus dreht. Gerade im Bereich, den man für Touren braucht, ist der Motor angenehm kräftig und spritzig.

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Auch beim Fahrwerk hat Honda ein bisserl was geändert. Für eine USD-Gabel hat es aber auch diesmal nicht gerecht. Dafür hat die Crossrunner nun vorne 25, hinten sogar 28 Millimeter mehr Federweg. Damit steigt die Bodenfreiheit auf 165 Millimeter.

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Die Sitzhöhe kann man sich verstellen. Zwischen 815 und 835 Millimeter richtet man sich das Sitzbankerl. Der Sitzpolster ist nach vorne hin abgeflacht, damit man nicht wie eine Primaballerina an der Ampel auf den Fußspitzen herumtänzeln muss, sondern mit beiden Beinen fest im Leben steht.

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Das ABS ist bei der Honda selbstredend serienmäßig. Wie auch die Traktionskontrolle. Die schaltet sich beim Starten automatisch auf der biedersten Stufe ein. Über einen Knopfdruck wechselt man in den sportlicheren Modus – und man kann die Traktionskontrolle auch ganz ausschalten. Auf welcher Stufe das System gerade arbeitet, kann man im neuen LCD-Display ablesen. Auch das ist deutlich fescher geworden als jenes der Vorgängerin.

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Honda hat bereits für jede Menge Zubehör gesorgt – vom Topcase mit 45 Liter Fassungsvermögen, dem Koffersatz (Seitenkoffer mit 29 Liter) bis hin zum Schaltassistenten. Was die Japaner allerdings erst in wenigen Tagen verraten werden, ist der Preis für den neuen Tourer der oberen Mittelklasse. Rund 13.000 Euro kostete die Vorgänger-Crossrunner.

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Die war damals übrigens um rund eineinhalb Kilo leichter als die neue Crossrunner. Schönheit wiegt also anscheinend nicht nur bei der Kaufentscheidung schwer. Ob sie auch teuer ist, werden wir demnächst erfahren. (Guido Gluschitsch, derStandard.at, 27.10.2014)

Honda FVR800X Crossrunner

Motor: 90° V4-Zylinder-4-Takt-Motor, 16 V, V-TEC
Hubraum: 782 ccm
Leistung: 78 kW (106 PS) bei 10.250 U/min
Drehmoment: 75 Nm bei8.500 U/min
Kraftübertragung: 6 Gänge, Kette
Radaufhängung vorne: 43 mm Teleskop-Gabel
Radaufhängung hinten: Alu-Einarmschwinge
Bremse vorne: Doppelscheibenbremse, Ø 310 mm, Radilal-4-Kolben, ABS
Bremse hi.: Einscheibenbremse, Ø 256 mm, 2-Kolben, ABS
Reifen vo.: 120/70 R17M/C
Reifen hinten: 180/55 R17M/C
Gewicht vollgetankt: 242 kg
Sitzhöhe: 815 – 835 mm

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Honda

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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