Nach tödlichen Unfällen: Polizei warnt vor Bergtouren

27. Oktober 2014, 10:57
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Eisiger, schneeüberdeckter Untergrund – Derzeit extreme Verhältnisse in über 1.800 Metern - Leichte Verbesserung bei Buben nach Alpinunfall auf Hoher Wand

Linz – Nachdem am Wochenende am Großen Pyhrgas (Bezirk Kirchdorf) zwei Bergsteiger unabhängig voneinander in den Tod gestürzt sind, hat die oberösterreichische Polizei am Montag vor Bergtouren in über 1800 Metern gewarnt: Wegen der derzeit extremen Verhältnisse werde ersucht, davon Abstand zu nehmen oder zumindest erhöhte Vorsicht walten zu lassen, hieß es in einer Presseaussendung.

Nach dem Wintereinbruch vergangene Woche ist in größeren Höhen derzeit mit Vereisungen zu rechnen. Teilweise sind diese Flächen von Schnee bedeckt und schwer sichtbar. Die beiden Todesopfer vom Wochenende waren laut Bergrettung gut ausgerüstet und trugen Steigeisen. Dennoch dürfte ihnen der rutschige Untergrund zum Verhängnis geworden sein.

Am Samstag war ein 54-Jähriger aus Linz tödlich verunglückt, am Sonntag eine 45-jährige Krankenschwester aus dem Raum Steyr. Beide waren beim Abstieg vom großen Pyhrgas offenbar ausgerutscht und in der Hasenbergrinne rund 500 Meter in die Tiefe gestürzt. Die Fundorte ihrer Leichen lagen nur 20 Meter weit auseinander.

Viele Bergrettungseinsätze

Insgesamt hatten die oberösterreichischen Bergretter am Nationalfeiertags-Wochenende viel zu tun: Am "Mahdlgupf" oberhalb von Steinbach am Attersee (Bezirk Vöcklabruck) stürzte am Samstag ein 46-jähriger Kletterer aus Tschechien ins Seil und musste verletzt aus der Felswand gerettet werden. Am Gosaugletscher am Dachstein zog sich ein Tourengeher aus Wien am Sonntag bei einem Sturz schwere Wirbelverletzungen zu. Beim Abstieg von der Dümlerhütte im Bezirk Kirchdorf verstieg sich ein 42-Jähriger im steilen Gelände und wurde mit dem Hubschrauber geborgen.

Vorsichtig optimistisch

Eine Woche nach einem Alpinunfall auf der Hohen Wand in Niederösterreich, bei dem ein 36-Jähriger und einer seiner beiden Söhne (3) starben, ist beim zweiten Buben (5) eine leichte Verbesserung seines Gesundheitszustandes zu bemerken. "Die behandelnden Ärzte sind vorsichtig optimistisch", sagte Christoph Mierau, Sprecher vom Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) am Montag zur APA. Es bestehe "derzeit keine unmittelbare Lebensgefahr", so der Sprecher. Das schwerverletzte Kind wird im Wiener SMZ-Ost behandelt.

Am 19. Oktober war die vierköpfige Familie aus Wien gegen 14.30 Uhr – vom Hubertushaus kommend – über den Springlessteig im Gemeindegebiet von Höflein an der Hohen Wand (Bezirk Neunkirchen) abgestiegen, als der Fünfjährige Polizeiangaben zufolge unter einem Seilgeländer durchschlüpfte und über einen steilen Felsabbruch abstürzte. Der Vater versuchte noch, nach dem Kind zu greifen, verlor aber das Gleichgewicht und stürzte mit dem jüngeren Sohn, der sich in einer Rückentrage befand, vor den Augen der 36-jährigen Mutter ebenfalls ab. Die Frau wird psychologisch betreut. (APA, 27.10.2014)

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