Putin geht gegen Steueroptimierer vor

27. Oktober 2014, 10:47
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Die Strategien multinationaler Konzerne aber auch Privater zur Steuerflucht stehen weltweit am Pranger

Moskau - Steueroptimieren ist bekanntlich nicht mehr gerne gesehen. Seit den Steuertricksereien der Konzerne international der Kampf angesagt worden ist, stehen auch die steuerschonenden Strategien von Privaten ebenso wie von Unternehmen immer wieder im Mittelpunkt des Interesses.

Die Gruppe der 20 größten Industrie- und Schwellenländer (G20) unternimmt etwa erste Schritte, um den Steuerpraktiken der Unternehmen Einhalt zu gebieten. Dazu passt, dass die EU im Juni förmliche Wettbewerbsverfahren wegen der Besteuerung multinationaler Konzerne gegen Irland und die Niederlande eingeleitet hat.

Nun geht auch Russland gegen Unternehmen und Personen vor, die ihr Geld in Steuerparadiesen parken. Die Regierung verabschiedete dazu nach einer Mitteilung vom Samstag ein Gesetz, das Teil eines ganzen Maßnahmenbündels ist, mit dem Präsident Wladimir Putin russische Gelder aus dem Ausland zurückholen und wieder dem einheimischen Steuerrecht unterwerfen will.

Steuern zahlen in Russland

Konkret verlangt das neue Gesetz, dass Russen, die mindestens 25 Prozent einer Firma im Ausland besitzen, Steuern dennoch in Russland bezahlen müssen. Halten mehrere russische Unternehmen oder Personen insgesamt mehr als die Hälfte an einem ausländischen Unternehmen, werden die einzelnen Anteilseigner schon ab einer Beteiligung von zehn Prozent in Russland steuerpflichtig. Schon im Zuge der Ukraine-Krise war der Druck auf viele Russen gewachsen, ihre Gelder und Firmen heimzuholen, um sie den Sanktionen des Westens zu entziehen.

Das Gesetz muss nun dem Parlament vorgelegt werden, das Änderungen daran vornehmen kann. Großer Widerstand gegen die Neuregelung wird aber nicht erwartet. Putin hatte seine Initiative bereits 2012 gestartet. Er war verärgert darüber, dass viele russische Unternehmen Firmensitze in Steuerparadiesen wie Zypern einrichteten, um Abgaben in Russland zu sparen. (APA/red, derStandard.at, 27.10.2014)

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    foto: ap/vojinovic
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