Nach 25 Jahren: Wiener AKH-Chef Krepler tritt in den Ruhestand 

27. Oktober 2014, 10:55
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Ärztlicher Direktor wurde er 1989, als sich das AKH in Fertigstellung befand - sein Nachfolger wurde noch nicht bestimmt

Der Chef des Wiener AKH, Reinhard Krepler (68), tritt in den Ruhestand. Nach 25 Jahren als Ärztlicher Direktor und schließlich als Gesamtchef der Klinik hat er das österreichische Gesundheitswesen erheblich mitgeprägt. Am 17. Oktober versammelten sich Bundespräsident Heinz Fischer, Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ), Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ), Wiens Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) und MedUni-Rektor Wolfgang Schütz, um zusammen mit Freunden, Kollegen und Mitarbeitern das Ende einer Ära zu begehen.

Ständiger Prozess

Was alle Festredner betonten: Die Intensität, mit der sich Krepler - ab 2001 auch als Gesamtchef des größten Krankenhauses Österreichs - mit seiner Arbeitsstätte und mit seiner Aufgabe identifizierte. "Ich bin jeden Tag mit Freude in mein Büro gekommen, um gemeinsam mit allen Mitarbeitern die Versorgung der Patienten in unserem Spital noch besser zu machen. Das ist ein ständiger Prozess", sagte der Arzt, ausgebildeter Pathologe und lange Jahre als Wissenschafter tätig.

Ärztlicher Direktor des Wiener AKH wurde Krepler 1989 zu einer Zeit, als sich das Großkrankenhaus in Fertigstellung befand. Die Übersiedlung der Abteilungen war zu bewerkstelligen, das Gesamtsystem des riesigen Krankenhauses mit den Universitätskliniken in Betrieb zu nehmen. "1996 übersiedelte die letzte Abteilung", schilderte Krepler. Nach den Wirren der Errichtungsphase galt es, die damals nagelneuen Einrichtungen so in Gang zu bringen, dass Wien auf dem Gebiet der Medizin mit dem Krankenhaus auf internationales Spitzenniveau gelangte.

Größtes Spital

Das AKH Wien ist mit 9.500 Mitarbeitern, 100.000 stationären Patienten und 1,5 Millionen Ambulanzpatienten das größte Spital Österreichs. Durch die Kliniken der MedUni Wien hat es freilich eine Doppelrolle. Seit Jahrzehnten wird der Umstand kritisiert, dass MedUni Wien (Wissenschaftsministerium) und AKH (Gemeinde Wien) für den Betrieb des Spitals keine gemeinsame Betriebsführung etabliert haben. Legendär sind die Diskussionen über die Aufteilung der Kosten.

"Die Situation hier mit MedUni Wien und AKH-Strukturen findet sich ähnlich auch in den Vereinigten Staaten und anderen Medizinuniversitäten und den angeschlossenen Universitätskliniken", sagt Krepler. Das sei nichts Außergewöhnliches. In absehbarer Zeit werde es in Wien eine Vereinbarung zu einer gemeinschaftlichen Führung durch Gemeinde Wien und MedUni Wien geben.

Krepler wird am 16. Dezember offiziell in den Ruhestand treten, ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin wurde noch nicht bestimmt, heißt es aus dem AKH. Der scheidende Direktor wird künftig weiterhin im Aufsichtsrat des Hauses der Barmherzigkeit in Wien sitzen, und ist nun in geheimer Abstimmung auch zum Universitätsrat der Med-Uni Graz gewählt worden. (APA/red, derStandard.at, 27.10.2014)

  • Reinhard Krepler wird am 16. Dezember offiziell in Ruhestand treten.
    foto: apa/georg hochmuth

    Reinhard Krepler wird am 16. Dezember offiziell in Ruhestand treten.

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