Gute Seiten, schlechte Seiten am Pariser Büromarkt

28. Oktober 2014, 05:30
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Was nicht im Zentrum liegt, ist schwierig zu vermieten

Von "guten und schlechten Seiten" spricht Hubert Vögel, Geschäftsführer der Raiffeisen Immobilien KAG, wenn er vom Pariser Büromarkt spricht. Eine "gute Seite" ist definitiv der Central Business District, wo die Mieten wohl zu den teuersten in Frankreich gehören. 895 Euro zahlt man hier laut einem Büromarktbericht von Cushman & Wakefield pro Quadratmeter und Jahr, also fast 75 Euro pro Monat. Damit liegt Paris in den Top Ten der weltweit teuersten Büromieten - gleich hinter Städten wie London, Moskau und Hongkong.

Volatile Mieten

Alles, was außerhalb des Zentrums liegt, ist dafür eher auf der "schlechten Seite" anzusiedeln. "Die Mieten sind sehr volatil", so Vögel. Um durchschnittlich fast elf Prozent sind diese zwischen 2008 und 2013 zurückgegangen, heißt es im "Global Cities Report" von Knight Frank. Unternehmen siedeln laut Vögel aufgrund der wirtschaftlichen Situation nicht um und versuchen, Mieten und Betriebskosten zu senken und Flächen zu reduzieren.

Vier Objekte in und um Paris hat der Immobilienfonds der Raiffeisenbank in seinem Portfolio. Einem zentral gelegenen Büroobjekt im zweiten Arrondissement gehe es gut, auch mit einem weiteren in einem Vorort sei man zufrieden, so Vögel. Schwieriger gestaltet sich die Lage für zwei weitere Objekte in Vorstädten. Aus einem zog vor eineinhalb Jahren ein großer Mieter aus. 95.000 Quadratmeter Fläche stehen seither leer. Davon betroffen seien mehrere Eigentümer, nun wird gemeinsam mit der Stadt ein Wohnnutzungskonzept ersonnen.

Umwandlung in Wohnen

Angesichts der tristen Situation könnte auch ein zweites Projekt im Portfolio umgewandelt werden: eine Büroimmobilie, die sich in der Nähe des Pariser Hochhausviertels La Défense befindet. Insgesamt drei Millionen Quadratmeter Bürofläche befinden sich hier - aber die Zeiten sind alles andere als rosig. Erst im August wurde der Majunga Tower eröffnet, der weitere 63.000 Quadratmeter unvermietete Fläche auf den Markt brachte. Schon zuvor standen zwölf Prozent der Flächen hier leer. Und noch immer wird an neuen Objekten gebaut. Der Tour 64 von Raiffeisen wurde zwar vor eineinhalb Jahren an einen Großmieter vermietet - ob dieser aber auch wirklich langfristig hierbleibt, stehe noch nicht fest, so Vögel. Auch für diese Immobilie sei eine Umnutzung denkbar. Ein zweiter Turm gehöre zum Teil der Gemeinde, berichtet Vögel. "Es wäre sicher sinnvoll, dass man hier etwas macht."

In beiden Fällen sei jedenfalls geplant, die Objekte nach Fertigstellung zu verkaufen. "Wir schwenken nicht um", betont Vögel. Der Fokus liege weiterhin auf Büroimmobilien. Und auch in Frankreich wolle man langfristig bleiben: "Es ist ein großer Markt mit vielen Chancen." (zof, DER STANDARD, 25.10.2014)

  • Der Büromarkt in Paris ist schwierig. Die Raiffeisen Immobilien KAG überlegt, eine ihrer Büroimmobilien, die sich in der Nähe des Pariser Hochhausviertels La Défense (Bild) befindet, in Wohnen umzuwandeln.
    foto: reuters/tessier

    Der Büromarkt in Paris ist schwierig. Die Raiffeisen Immobilien KAG überlegt, eine ihrer Büroimmobilien, die sich in der Nähe des Pariser Hochhausviertels La Défense (Bild) befindet, in Wohnen umzuwandeln.

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