Neue Porno-Abmahnwelle gegen hunderte Nutzer

27. Oktober 2014, 10:06
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Deutsche Nutzer werden zu Zahlung wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung aufgefordert

Die nächste Abmahnwelle gegen vermeintliche Urheberrechtsverletzungen bricht derzeit über deutsche Nutzer herein. Ähnlich wie im Redtube-Fall wird mehreren Personen in einem Schreiben vorgeworfen, eine Urheberrechtsverletzung durch den Download eines Pornofilms begangen zu haben. Allerdings dürften nicht nur die Vorwürfe, sondern auch die abmahnende Kanzlei erfunden sein.

Vorwurf

Dem Nachrichtenmagazin Focus liegt das Schreiben vor. Darin wirft eine Kanzlei namens "Robert Barber Solicitors" aus London im Namen der "xfun film Ltd." den Beschuldigten vor, den Film "Sucking housewifes reloaded - Julians pleasure" über Tauschbörsen geladen und gleichzeitig wieder zur Verfügung gestellt zu haben. Weiters heißt es in dem Brief, dass die Identität des Angeschriebenen über die IP-Adresse durch ein "zivilrechtliches Auskunftsverfahren" ermittelt worden sei.

Aufforderung

Die Nutzer werden aufgefordert, 280 Euro zu zahlen, den Film nicht mehr weiter zu verbreiten und auch nicht mehr auf Streamingseiten wie youporn.com und xhamster.com zu konsumieren. Der alleinige Konsum von Filmen auf Streamingseiten stellt laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Juni diesen Jahres jedoch keine Urheberrechtsverletzung dar.

Alles erfunden

Laut dem Berliner Medienrechtsanwalt Johannes von Rüden sind jedoch sowohl das Filmunternehmen als auch die Kanzlei erfunden. Zwar gebe es in London einen Anwalt namens Robert Barber, dieser habe jedoch auf Nachfrage versichert, nichts mit der Abmahnung zu tun zu haben. Laut von Rüden sei der Brief juristisch korrekt formuliert und wirke professionell. Er geht davon aus, dass mehrere hundert Abmahnungen verschickt wurden. Opfern sollten auf keinen Fall der Zahlungsaufforderung nachkommen und nicht auf die Briefe reagieren. (red, derStandard.at, 27.10.2014)

  • Mehreren deutschen Nutzern wird vorgeworfen, einen Film im Internet illegal heruntergeladen und/oder über Streamingseiten konsumiert zu haben.
    screenshot: red

    Mehreren deutschen Nutzern wird vorgeworfen, einen Film im Internet illegal heruntergeladen und/oder über Streamingseiten konsumiert zu haben.

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