Satirische Theaterpreise für Hartmann und Springer

27. Oktober 2014, 07:55
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Auch Ben Becker und Peter Stein ausgezeichnet

Wien - Bei der Vergabe von Auszeichnungen für die "unpolitischste Theaterproduktion Wiens" hat es prominente Preisträger gegeben. Der entlassene Burgtheater-Direktor Matthias Hartmann bekam den "Preis für größte Scheinheiligkeit", Ex-Bundestheater-Holding-Chef Georg Springer einen Preis für sein Lebenswerk, die "König Lear"-Inszenierung von Peter Stein den Preis für "die dickste Staubschicht".

Die von dem Künstler und Performer Julius Deutschbauer ins Leben gerufene satirische Anti-Theaterpreis wurde gestern bei "einem Galaabend der etwas anderen Art" (Veranstalter) im Wiener Werk X - Eldorado, der ehemaligen Garage X, zum dritten Mal vergeben. Bei der Suche nach den Preisträgern der Saison 2013/14 in acht Kategorien seien wichtige Fragen aufgeworfen worden, hieß es: "Welches Haus setzt sich am stärksten dafür ein, dass kritische Stimmen ungehört bleiben? Welche Produktion lenkt am besten von wichtigen Fragen unserer Zeit ab? Wer bedient die bürgerliche Nebelmaschine am effektivsten?" Theater solle "ablenken, unterhalten und dabei nach Kräften daran arbeiten, den politischen Status Quo zu sichern. Das scheint die Idee hinter so manchem Spielplan zu sein - und das muss ausgezeichnet werden."

Hartmann wurde sein Preis "für seine Opferanmaßung in seiner Rede zu Doron Rabinovicis 'Die letzten Zeugen' anlässlich der Einladung zum Berliner Theatertreffen" zuerkannt. Den Preis für Georg Springer begründete Laudator Jürgen Weishäupl so: "Als Obercontroller der Bundestheater hat er es geschafft die Controller so lange es ging vom Theater fernzuhalten." In der Kategorie "Helden und Heldinnen der Provinz" wurde der deutsche Schauspieler Ben Becker für seine (auf Youtube abrufbare) Ansage vor dem Konzert der Band "BöhseOnkelz" am Hockenheimring ausgezeichnet, bei der Becker als "rebellischer Poseur" und "posierender Rebell" geglänzt habe.

Die Trophäen in Form von Dornenkronen seien von den Preisträgern durchwegs nicht abgeholt worden, hieß es am Samstag in einer Aussendung. (APA, 27.10.2014)

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