Österreichs Touristiker peilen Rekordsaison an

26. Oktober 2014, 10:07
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Positive Erwartungen bei deutschen und britischen Gästen

Sölden/Wien - Österreichs Touristiker blicken mit Zuversicht in die beginnende Wintersaison. Man habe es sich zum Ziel gesetzt, heuer an die Rekordsaison 2012/13 mit 16,7 Millionen Ankünften und 65,6 Millionen Nächtigungen anzuschließen, sagte die Geschäftsführerin der Österreich-Werbung, Petra Stolba, am Rande einer Pressekonferenz anlässlich des Skiweltcup-Auftakts in Sölden in Tirol.

Sorge um Russen

In der vergangenen Wintersaison verzeichnete Österreich 64,5 Millionen Nächtigungen und 16,9 Millionen Ankünfte. Gedämpfte Erwartungen gibt es heuer hinsichtlich der Gäste aus Russland. War im vergangenen Winter nach einem überproportionalen Wachstum noch ein leichter Anstieg bei Ankünften und Nächtigungen erreicht worden, erwartet sie heuer, dass man nicht das gesamte Niveau werde halten können, meinte Stolba. Der Rubel habe gegenüber dem Euro an Wert verloren, dadurch sei der Urlaub für die Bevölkerung teurer geworden. Entsprechend groß sei die Nachfrage nach Inlandsdestinationen, der russische Reiseindustrieverband melde hier eine überdurchschnittlich gute Buchungslage.

Hoffnung auf Individualbuchungen

In Bezug auf Österreich würden die großen russischen Reiseveranstalter von einer verhaltenen Nachfrage berichten. Eine Hoffnung setzte die Österreich-Werbung jedoch in die Tatsache, dass sich der bereits bisher höhere Anteil an Direktbuchungen gegenüber Veranstalterbuchungen fortsetzt. Man hoffe, den erwarteten Rückgang an Gästen über diese Individualbuchungen abzufedern, erklärte die ÖW-Geschäftsführerin. "Wir werden versuchen, das Maximum herauszuholen", sagte Stolba.

Früher Ostertermin bringt mehr Buchungen

"Positive Signale" ortete Stolba hingegen aus Deutschland und Großbritannien, Ländern, bei denen man in der vergangenen Saison ein leichtes Minus zu verschmerzen hatte. Der frühe Ostertermin sei im Werben um deutsche Gäste ebenso von Vorteil wie die günstige Feiertagslage rund um Weihnachten und Neujahr. Man könne hier von konstant guten Buchungen der großen Reiseveranstalter berichten.

"Und in Großbritannien ist die Reisebranche für die kommende Wintersaison sehr optimistisch. Es gibt ein gesteigertes Interesse an Wintersport, nicht zuletzt durch die Olympischen Spiele in Sotschi", erklärte Stolba. Große Reiseveranstalter würden ein Wachstum bei britischen Gästen in der Höhe von drei bis fünf Prozent prognostizieren.

Besuch aus China

In den Märkten Zentral- und Osteuropas gelte es wiederum, die Marktführerschaft Österreichs abzusichern. Die sei angesichts des Entstehens von neuen Skigebieten in diesen Ländern keine einfache Sache. Angesichts des Besuchs der bisher größten österreichischen Delegation aus Regierungs- und Unternehmensvertretern in China ging Stolba auch auf die dortige Situation ein. Angesichts möglicher Winterspiele in Peking im Jahr 2022 könnte sich dort das Interesse am Wintersport steigern. Dabei gehe es jedoch weniger um den klassischen Skiurlaub, sondern um eine Kombination aus Wintersportaktivitäten und Ausflügen.

Nicht nur Ski-Urlaub

Die Winter-Hauptmotivation für Gäste bleibe indes laut den Verantwortlichen nach wie vor der Skiurlaub. Einer repräsentativen Gästeumfrage zufolge nahm diese Motivation jedoch in den vergangenen Jahren ab. Gaben in der Saison 2011/12 noch 66 Prozent der Gäste an, einen Ski- und Snowboardurlaub zu machen, sank dieser Wert in der vergangenen Saison auf 52 Prozent. Der Gast würde zunehmend ein Zusatzangebot in der Region erwarten, so die Österreich-Werbung-Geschäftsführerin. Grund dafür seien unter anderem gesellschaftliche Trends wie der Mehrgenerationen-Urlaub, der etwa in den Niederlanden oder skandinavischen Ländern eine Hochkonjunktur erfahre.

Zudem gelte es, neue Zielgruppen anzusprechen. Als Beispiel nannte die Österreich Werbung die mit den Bundesländern Tirol, Salzburg, Kärnten und Vorarlberg konzipierte Kampagne für Ski-"Wiedereinsteiger". Diese potenziellen Gäste würden heuer etwa auch in Großbritannien oder den Niederlanden gezielt angesprochen. (APA, 26.10.2014)

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