Zittern bis zuletzt

25. Oktober 2014, 20:45
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Die endgültigen Ergebnisse der größten Banken-Prüfung aller Zeiten sind noch bis Sonntagmittag unter Verschluss, bis dahin laufen Debatten mit den Instituten

130 der wichtigsten Banken in der Euro-Zone wurden bekanntlich auf ihre Krisenanfälligkeit geprüft. 25 von ihnen sollen Insidern zufolge durch den Test gefallen sein. Die vergangene Woche war aus gegebenem Anlass erfüllt von wilden Spekulationen, die kolportierte Zahl reichte zunächst von elf Geldhäusern, sie ist fast täglich gestiegen. Die betroffenen Banken wissen seit Donnerstagmittag Bescheid, wie sie abgeschnitten haben. Die endgültigen Ergebnisse der größten Banken-Prüfung aller Zeiten in Europa sind noch bis Sonntagmittag unter Verschluss, denn der EZB-Rat soll erst am Sonntagvormittag die endgültigen Zahlen beschließen. Bis dahin laufen noch die Debatten mit den Banken.

Keine Überraschungen in Österreich

Hierzulande werden keine Überraschungen erwartet. Die österreichischen Banken haben den europaweiten Gesundheitscheck der Aufseher bis auf die kriselnde ÖVAG nach Einschätzung des Finanzministers wohl bestanden. "Es gibt keinerlei Anzeichen, dass es im Stresstest Überraschungen gibt", zitierte die österreichische die Austria Presseagentur Jörg Schelling am Freitag. "Es gibt eine unter Stress belastete Bank, das ist die ÖVAG - das ist hinlänglich bekannt, das wird keine Überraschung sein." Bei dem Volksbanken-Spitzeninstitut habe der Staat als Miteigentümer jedoch ohnehin bereits Schritte eingeleitet. Die Bank hatte bereits gut drei Wochen vor der für Sonntag geplanten Veröffentlichung der Ergebnisse ihre Abwicklung angekündigt. Insgesamt haben sechs österreichische Banken an dem Test teilgenommen.Der ÖVAG fehlten wie berichtet im härtesten Stressszenario 850 Millionen Euro. Die Bank wollte sich dazu nicht äußern.

Problemfälle in Südeuropa

Mit einigen Problemfällen wird vor allem in Südeuropa gerechnet. Zu den Wackelkandidaten zählen unter anderen die italienischen Banken Monte dei Paschi aus Siena und Carige aus Genua. Beide Aktien schossen am Freitag nach oben. Investoren wetteten darauf, dass die Probleme weniger gravierend sein könnten als befürchtet. Der Chef des italienischen Banken-Verbandes, Giovanni Sabatini, erwartet am Montag weitere Turbulenzen an den Märkten. Die Interpretation der Ergebnisse sei nicht einfach. Auch der teilverstaatlichten irischen Bank Permanent TSB fehlen nach einem Bericht der "Irish Times" nach dem Stresstest 800 Millionen bis eine Milliarde Euro. Ein Teil der Lücke könnte Analysten zufolge schnell gestopft werden: Der Staat ist mit 400 Millionen Euro Hybridkapital bei Permanent TSB engagiert, das in Eigenkapital umgewandelt werden könnte. Portugals Regierung hingegen äußerte sich "zuversichtlich und ruhig", dass die drei Banken des Landes gut abgeschnitten hätten.

Zwei Wochen Zeit

Institute, die zu wenig Kapital aufweisen und die Prüfung deshalb nicht bestehen, haben jedenfalls von Montag an zwei Wochen Zeit, einen Plan auszuarbeiten, wie sie die Lücke schließen wollen. Für die ÖVAG ist der Plan vorgezeichnet: Wie berichtet wurde Anfang Oktober im Sektor beschlossen, die ÖVAG zu teilen und eine Abbaueinheit (Bad Bank) zu schaffen. Bis Mitte 2015 sollen die Spitzeninstitutsaufgaben an eine regionale Volksbank transferiert werden, der Rest der ÖVAG wird zur Abbaugesellschaft ohne Banklizenz. .(red, 25.10.2014)

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