Nach Demo-Eskalation: Zwei Tatverdächtige festgenommen

Bericht24. Oktober 2014, 21:41
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Polizei nahm in Großaktion fünf Männer fest. Zwei davon werden verdächtigt, zwei 17-Jährige niedergestochen zu haben, die vor der Demo provozierten. Videos führten zu den Tatverdächtigen

Bregenz – Die Polizei hat zwei Männer festgenommen, die verdächtigt werden, vor der Kurdendemo am 11. Oktober zwei Jugendliche niedergestochen zu haben. Die beiden wurden wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung angezeigt und der Justiz übergeben.

In einem Großeinsatz von 30 Polizisten wurden am Donnerstag fünf Personen festgenommen, teilte Hardy Tschofen, Leiter des Landeskriminalamtes, bei einer Pressekonferenz am späten Freitagnachmittag mit. "Aufwändige Auswertungen von Videos" hätten zu den Verdächtigen geführt. Die Videos wurden der Polizei von Medien zur Verfügung gestellt. Drei der fünf Verdächtigen wurden am Freitag wieder entlassen, sie werden wegen Raufhandels angezeigt.

Reporter-Videos als Ermittlerhilfe

Zwei Männer wurden der Justiz übergeben. Es handelt sich laut Tschofen um einen 25-jährigen türkischen Staatsbürger aus Dornbirn und einen 34-jährigen Österreicher, der in der Türkei geboren wurde.

Der Tathergang wurde mithilfe der Videos und der Opferaussagen rekonstruiert. So sollen die beiden Jugendlichen, beide 17 Jahre alt, der eine Thailänder, der andere Österreicher mit türkischen Wurzeln, in einer 20-köpfigen Gruppe zum Sammelplatz der Demoteilnehmer gegangen sein. "Neugierig halt", sagt Chefinspektor Norbert Schwendinger. "A bizle" (ein bisschen) hätten sie provoziert. Welche Aussagen zur Eskalation geführt haben, könne man noch nicht konkret sagen.

Tatwaffen noch nicht gefunden

Auf jeden Fall seien die Jugendlichen dann vor den aufgebrachten Demoteilnehmern über die Straße auf den Festspielparkplatz geflüchtet. Einer der Verfolger sei zu Sturz gekommen, der Thailänder habe geglaubt, es handle sich um einen aus seiner Gruppe, wollte helfen. Dabei stach ihm der Gestürzte in den Bauch. Der andere Jugendliche wurde von "zirka sechs" Personen umstellt, mit Faustschlägen und Fußtritten attackiert", sagt Schwendinger. Schließlich stach ihm der 34-jährige Feldkircher mit einem noch unbekannten Gegenstand in die Brust und verletzte ihn schwer.

Beide verletzten jungen Männer konnten das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Weder Täter noch Opfer seien als politische Aktivisten bekannt, heißt es. Die Tatverdächtigen sind nicht geständig, die Tatwaffen konnten noch nicht gefunden werden. (Jutta Berger, derStandard.at, 24.10.2014)

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