Ausnahmezustand nach Anschlägen im Sinai

25. Oktober 2014, 20:36
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Zwei Anschläge im Norden der Halbinsel fordern bislang 31 Tote und zahlreiche Verletzte

Kairo/Sinai - Nach zwei Anschlägen auf das Militär mit mindestens 31 Toten hat Ägypten über einen Teil der nördlichen Sinai-Halbinsel für drei Monate den Ausnahmezustand verhängt. Präsident Abdel-Fattah al-Sisi habe die Maßnahme nach einem Treffen mit dem Nationalen Verteidigungsrat ergriffen, schrieb in der Nacht auf Samstag die Zeitung "Al-Ahram" online. Dazu gehöre eine Ausgangssperre von 17.00 bis 7.00 Uhr.

Bei der Explosion einer Autobombe an einem Kontrollpunkt seien 28 Soldaten getötet und 30 verletzt worden. Stunden später seien drei Sicherheitsleute ums Leben gekommen, als Extremisten an einem Kontrollpunkt das Feuer eröffneten.

Al-Sisi macht Kräfte aus dem Ausland für den Anschlag mitverantwortlich. In einer Fernsehansprache sagte Al-Sisi am Samstag, dass es von ausländischer Seite Unterstützung für den Anschlag auf einen Kontrollpunkt der Armee im Norden der Sinai-Halbinsel gegeben habe. "Ziel der Terroroperationen ist es, Ägyptens Staat zu Fall zu bringen", sagte der Präsident.

"Ägypten steckt in einem Krieg ums Überleben. Das bedeutet, dass alle Ägypter vereint sein müssen." Konkrete Aussagen über mögliche Drahtzieher aus dem Ausland machte Al-Sisi nicht.

Kampf gegen islamistische Milizen

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte die beiden Terroranschläge scharf, wie ein Sprecher Bans in New York mitteilte.

Das ägyptische Militär geht seit Jahren immer wieder auf dem Sinai gegen islamistische Milizen und Schmugglerbanden vor, die sich nach den arabischen Aufständen und dem Sturz von Langzeitmachthaber Hosni Mubarak 2011 dort breitgemacht haben. Regelmäßig gibt es Attacken auf die Sicherheitskräfte. Zu mehreren Angriffen hat sich die islamistische Terrorgruppe Ansar Beit al-Maqdis (Partisanen Jerusalems) bekannt.

Erst am Mittwoch wurde an der Grenze ein Fahrzeug der israelischen Armee angegriffen, dabei wurden zwei israelische Soldaten verletzt. Nach ägyptischen Angaben soll es sich bei den Tätern um Schmuggler gehandelt haben. (APA, 25.10.2014)

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