Auch die Folter hat ihre Sonnenseiten!

Kolumne24. Oktober 2014, 17:00
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Mit Bandion-Ortner zurück ins Mittelalter

Der Krisenkolumnist hat ja nichts Prinzipielles gegen Amnesty International, aber irgendwann muss auch einmal Schluss sein mit dem humanitären Überschwang. So gesehen ist es sehr begrüßenswert, wenn unseren kopflos agierenden Menschenrechtsaktivisten einmal von kompetenter Seite (eindrucksvolle Juristin, exzellente Richterin, eminente Ex-Justizministerin) Grenzen aufgezeigt werden.

Und das mit köstlichem Humor dazu! Claudia "die Brille" Bandion-Ortner hat in einem Profil-Interview klargestellt, dass Gesudere unangebracht ist, wenn es in Saudi-Arabien gelegentlich "Rübe ab!" heißt. Denn: Erstens wird nicht jeden Freitag geköpft. Zweitens wird nicht jeder geköpft (Bandion-Ortner ist intakt von einer Riad-Reise zurückgekommen). Drittens weiß auch der Volksmund: Wo gehobelt wird, da fallen Späne, und man kann kein Omelett machen, ohne ein paar Eier abzuschneiden.

Schade nur, dass Bandion- Ortner sich vorerst auf ein paar Relativierungen des Schädelabhackens und der Zwangsverkleidung von Frauen beschränkt hat. Konsequent wäre es, wenn sie ein paar logische Schritte in Richtung Mittelalter weitergehen und sich als Lobbyistin für präaufklärerische Pönalen und vorsintflutliche Repressalien profilieren würde.

Hier einige bewährte Strafmethoden, die leider aus der Mode gekommen sind: Ellenlanges Eckenstehen (für Schulvergehen wie Schwänzen, Schwatzen oder Abschreiben). Hundert Hiebe auf den nackten Hintern (für lüsterne Weibsbilder). Backpfeifen für bestechliche Banker. Peitschenhiebe für perverse Politiker. Halseisen für Hacker und Huren. Kopfabschneiden für Ungläubige. Lebenslanges Föhnverbot für Karl-Heinz Grasser.

Klingt alles sehr grausam? Oh ja, das tut es. Aber Bandion-Ortner ist auf Peinlichkeit abonniert und könnte uns daher die Vorteile jeder peinlichen Halsgerichtsordnung nahebringen.

Hier ein paar verschwiegene Sonnenseiten der Folter: In Nordkorea foltert man neuerdings nur mehr mit Ökostrom! Und, zugegeben, das Handabhacken tut im ersten Moment recht weh. Aber denken wir lieber an die Unsummen für Maniküre, die man sich danach sein Leben lang erspart - das ist so angenehm, als würde man eine Abaya tragen. Welch wunderbare Kraft des positiven Denkens! Und: Die Nordkoreaner zahlen ein Heidengeld dafür! (Christoph Winder, Album, DER STANDARD, 25./26.10.2014)

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