18.000 Mitglieder, 16 Artikel: Online-Magazin "Krautreporter" startet

24. Oktober 2014, 13:57
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Mitglieder zahlen fünf Euro pro Monat - Start mit 900.000 Euro aus Crowdfunding-Kampagne

Berlin - Das deutsche Online-Magazin "Krautreporter" ist am Freitag an den Start gegangen. Zum Auftakt wurden 16 Beiträge ins Netz gestellt. "Thematisch ist die Bandbreite groß", sagte Geschäftsführer Sebastian Esser. Es geht etwa um Zensur in autoritären Staaten, die Marktmacht der Supermarktkette Edeka oder einen Krankenpfleger im Ebola-Einsatz.

"Ab heute sollen unter der Woche jeden Tag drei bis vier Beiträge erscheinen", sagte Esser. Hinter dem Projekt stehen 30 Journalisten, darunter der Medienkritiker Stefan Niggemeier, der Fernsehjournalist Richard Gutjahr und der Blogger Thomas Wiegold. Mitte der Woche war noch unklar, ob die Krautreporter den selbst gesetzten Starttermin würden einhalten können, weil die Software noch nicht ganz fertig war.

900.000 Euro aus Crowdfunding-Kampagne

Das Online-Magazin ist werbefrei und hat keine Bezahlschranke. Das erste Jahr ist durch 900.000 Euro aus einer Crowdfunding-Kampagne gesichert. Kommentare hinterlassen und lesen kann allerdings nur, wer für fünf Euro im Monat Mitglied wird. "Wir wollen außerdem Seminare für unsere Mitglieder veranstalten und sie als Spezialisten für ihre Fachgebieten in die Recherche einbinden", sagte Esser.

In seinem Artikel zum Start heißt es: "Nein, wir sind nicht die Zukunft des Journalismus. Möglicherweise sind wir eine Zukunft des Journalismus. Vor allem aber sind wir die Gegenwart des Journalismus. Und zwar ab jetzt."

Aktuell hat "Krautreporter" 18.000 Mitglieder. Esser schätzt, dass nur etwa die Hälfte ihr Abo verlängern wird. Noch vor Weihnachten wollen die Journalisten aktiv um neue Mitglieder werben. "Unser Job ist aber nicht, möglichst schnell zu wachsen."

Vorbild "De Correspondent" schafft finanzielle Basis

"Krautreporter" wurde nach dem Vorbild der niederländischen Plattform "De Correspondent" entwickelt. Nach dem ersten Jahr hält das Portal - wie berichtet - bei 28.000 Abonnenten. Die Bilanz: 11.000 Leute haben ihr Abo nach dem ersten Jahr verlängert. 17.000 der derzeit 28.000 Abonnenten sind neue Leser. (APA, red, 24.10.2014)

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