Schweizer stimmen über Goldreserven ab

24. Oktober 2014, 13:32
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Eine Initiative will erreichen, dass die Schweizerische Notenbank ein Fünftel ihrer Aktiva in Gold halten muss

Bern - Österreichs Goldschatz umfasst rund 280 Tonnen. Der Großteil davon lagert bekanntlich im Ausland. Ein Faktum, das hierzulande schon für heftige Diskussionen gesorgt hat: Nur 17 Prozent finden sich "in der Heimat", der Rest liegt in der Schweiz und in Großbritannien, der größte Teil (80 Prozent) in Tresoren der Bank of England in London.

Auch die Schweizer interessieren sich heftig für "ihr Gold". Am 30. November stimmen die Eidgenossen sogar darüber ab, ob ihre Nationalbank (SNB) künftig mindestens 20 Prozent ihrer Aktiva als Gold halten muss. Der Schweizer Ständerat, die kleine Kammer des Schweizer Parlaments, hat die Initiative abgelehnt. Die Initiatoren lassen aber nicht locker. Die Initiative gibt der SNB fünf Jahre Zeit, um den geforderten Goldanteil zu erreichen.

20 Prozent gefordert

Als Folge der Interventionen zur Stützung des Schweizer Franken beträgt die Bilanzsumme der Nationalbank derzeit über eine halbe Billion Franken (414,52 Mrd. Euro). 7,5 Prozent davon hielt die SNB Ende August in Gold. Damit der Goldanteil 20 Prozent betrage, müsse die Nationalbank Gold im Wert von 60 Milliarden Franken zukaufen, hatte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf Anfang Oktober zu Protokoll gegeben. Die Initiatoren meinen hingegen, die SNB müsse nur ihre Währungsreserven abbauen, um den Wert zu erreichen.

Für das Initiativkomitee ist das Gold im Keller der Nationalbank das langfristig "sicherste und stabilste Geldaufbewahrungsmittel" in wirtschaftlich turbulenten Zeiten. Nachdem im Jahr 2000 die gesetzliche Bedingung weggefallen war, dass Notenbankgeld teilweise durch Gold gedeckt sein muss, verkaufte die Nationalbank schrittweise 1.550 Tonnen Gold. Seit 2008 hält sie 1.040 Tonnen des Edelmetalls.

Goldlagerung in der Schweiz

Die Initiative "Rettet unser Schweizer Gold" will weitere Verkäufe verbieten und das Gold zur Gänze in derSchweiz gelagert sehen. Derzeit liegen 30 Prozent der Goldreserven in Großbritannien und Kanada. Eine österreichische Initiative "Rettet unser Gold" gibt es übrigens aus. (APA/red, derStandard.at, 24.10.2014)

  • Hier handelt es sich um Gold der Deutschen Bundesbank.
    foto: ap/bundesbank

    Hier handelt es sich um Gold der Deutschen Bundesbank.

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