Mazedonien: Kompromiss in Namensstreit mit Griechenland greifbar

24. Oktober 2014, 13:33
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"Republik Oberes Mazedonien" soll offizielle Bezeichnung werden

Nach jahrelangen erfolglosen Mediationsversuchen durch den UN-Vermittler Matthew Nimetz im Namensdisput zwischen Griechenland und Mazedonien gibt es Anzeichen für einen Kompromiss. Griechenland will seit Jahren den Staatsnamen Mazedonien nicht akzeptieren, weil es Angst vor anderen Gebietsansprüchen des nördlichen Nachbarlandes hat. Deshalb heißt Mazedonien nach wie vor "Frühere Jugoslawische Republik Mazedonien" (FYROM).

Nimetz' Vorschlag ist nun, den Staat offiziell "Republik Oberes Mazedonien" zu nennen, die Sprache als "Mazedonisch" und die Bürger als "Bevölkerung von Ober-Mazedonien: Bürger von Mazedonien" zu bezeichnen.

Einwohnerbezeichnung weiter umstritten

Bisher hat die mazedonische Regierung die Bezeichnung "Republik Oberes Mazedonien" abgelehnt und wollte nur "Obere Republik von Mazedonien" akzeptieren. Laut dem ehemaligen Diplomaten Igor Janev ist die Regierung nun aber zu dem Nimetz-Kompromiss bereit. Das gehe auf eine Initiative von Präsident Gjorge Ivanov zurück, sagt Janev dem STANDARD. Es bestehe nur mehr ein kleineres Problem, nämlich der Name für die Bürger. Skopje beharre auf der einfachen Bezeichnung "Mazedonier". Janev zeigt sich aber zuversichtlich, dass das von Griechenland akzeptiert werden könnte. "Nur eine kleine Involvierung der EU kann das Problem lösen", so der Diplomat. (Adelheid Wölfl, derStandard.at, 24.10.2014)

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