Kredite und Wechsel gab es schon im alten Rom

24. Oktober 2014, 12:37
13 Postings

Ein international besetztes ÖAW-Symposium in Wien untersucht Geld- und Warenflüsse der Antike, Überweisungen und Co gab es damals schon

Wer sich antike Wirtschaftssysteme grundsätzlich vorstellt, liegt laut Bernhard Woytek vom Institut für Kulturgeschichte der Antike an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) falsch. Denn nach der Erfindung der Münze im 7. Jahrhundert vor Christus in Kleinasien sei bereits 200 Jahre später in vielen Teilen der Mittelmeerwelt eine "voll ausgebildete Geldwirtschaft" nachzuweisen, so Woytek im Gespräch mit der Austria Presseagentur.

Dem Thema Geld- und Warenflüsse in der Antike widmet sich ein Kongress an der ÖAW in den nächsten Tagen in Wien. Was Woytek jetzt schon erzählen kann ist folgendes: Warenverkehr und -produktion erreichten schon damals oftmals riesige, industrielle Dimensionen - etwa der Fischfang des Römischen Imperiums, an den sich auch die Herstellung von haltbarer Fischsauce als eine Art Konserve anschloss.

Der Handel und seine Routen

Der Handel und seine Routen werden daher ebenfalls im Fokus stehen. Über diese geben u.a. Papyrusfunde Aufschluss, denn die Route nach Indien führte über das Niltal und die ägyptische Ostwüste. "Es handelte sich um einen der wichtigsten Verbindungswege zwischen dem Römischen Reich und Indien", schilderte der Wirtschaftshistoriker.

Auch was den Geldverkehr betrifft, lohnt es sich genau hinzuschauen: Eine Überweisung war auch im antiken Rom nicht ungewöhnlich. Vor allem wenn Geschäftspartner ein Konto beim gleichen Bankinstitut besaßen, konnten Beträge problemlos auf- und abgebucht werden. Auch übertragbare Schuldscheine und Kredite waren keine Seltenheit.

Der Kongress, gleichzeitig Gründungsveranstaltung der neu geschaffenen Abteilung "Documenta Antiqua", die Numismatik (Münzkunde), Papyrologie und Epigraphik (Inschriftenkunde) unter einem Dach vereint, untersucht auch, nach welchen Regeln Münzen im Römischen Reich geprägt und verteilt wurden. (APA/red, derStandard.at, 24.10.2014)

  • Das Kolosseum in Rom: In Wien beschäftigt man sich derzeit mit anderen Relikten aus der Vergangenheit.
    foto: reuters/cocco

    Das Kolosseum in Rom: In Wien beschäftigt man sich derzeit mit anderen Relikten aus der Vergangenheit.

Share if you care.