EU stellt für Kampf gegen Ebola eine Milliarde Euro zur Verfügung

24. Oktober 2014, 12:08
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Hilfen verdoppelt - Frankreich will Kontrollen auf Reisende "aller Verkehrsmittel" ausweiten

Brüssel/Freetown/Conakry/Wien - Die Europäische Union verdoppelt ihre Hilfen für den Kampf gegen Ebola auf mindestens eine Milliarde Euro. Darauf einigten sich die Staats- und Regierungschefs der 28 Mitgliedstaaten am Freitag beim Gipfel in Brüssel, wie EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy mitteilte. Bis zu dem Treffen hatten die EU und ihre Mitgliedsstaaten etwas mehr als eine halbe Milliarde Euro zugesagt.

Unter anderem Großbritannien kündigte jetzt an, seine Hilfen deutlich zu erhöhen. Statt der ursprünglich zugesagten 156 Millionen Euro sollen nun mindestens 256 Millionen Euro fließen. Mit dem Geld werde man unter anderem Behandlungsstationen in Sierra Leone finanzieren, ließ Premierminister David Cameron erklären.

Reisende in allen Verkehrsmitteln sollen kontrolliert werden

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus will Frankreich die Kontrollen auf Reisende "aller Verkehrsmittel" ausweiten. "Frankreich muss Kontrollsysteme haben, die sich nicht nur auf den Luftverkehr beziehen", sagte Frankreichs Staatschef Francois Hollande in der Nacht zu Freitag bei dem EU-Gipfel in Brüssel. Frankreich wolle daher Kontrollen für alle Transportmittel inklusive der Schifffahrt einführen.

Am Donnerstagabend hatte der Gipfel den Zyprioten Christos Stylianides, der in der neuen EU-Kommission für humanitäre Hilfe zuständig ist, zum Koordinator für Europas Engagement in der Krise ernannt.

Gesundheitsministerium stellt Ebola-Informationsblatt vor

In Österreich hat das Gesundheitsministerium am Freitag nach den mehrsprachigen Plakaten, die seit dieser Woche an den heimischen Flughäfen und Bahnhöfen Reisende über Ebola und MERS ("Middle Eastern Respiratory Syndrome") informieren, auch ein zweiseitiges Ebola-Informationsblatt vorgestellt. Die auch online abrufbaren Informationen werden durch eine Hotline ergänzt, hieß es am Freitag in einer Aussendung.

"Das Ebola-Infoblatt wurde auf unserer Homepage veröffentlicht und wird in den nächsten Wochen über diverse Kommunikationskanäle verbreitet werden. Beispielsweise werden die Infoblätter am Sonntag, dem Nationalfeiertag, beim Stand des Gesundheitsministeriums am Heldenplatz aufliegen", erklärte Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ).

Die wichtigsten Botschaften betreffen Übertragungswege, Beschreibung der Krankheitsanzeichen sowie die Lage in Österreich, wo bisher kein einziger Fall einer Erkrankung aufgetreten ist. Persönliche Maßnahmen zum Schutz vor Ebola sind nicht notwendig, hieß es. Außerdem steht die Ebola-Hotline für darüber hinaus gehende Fragen täglich von 8.00 bis 22.00 Uhr unter 050 555 555 zur Verfügung. (APA, 24.10.2014)

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