China treibt asiatische Infrastruktur-Bank voran

24. Oktober 2014, 11:49
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Mit neuen Institut für Asien fordert Peking die Weltbank heraus - USA stellen sich dagegen

Peking - Unter Chinas Führung nimmt eine neue Entwicklungsbank für Asien Gestalt an. In Peking unterzeichnete China am Freitag zusammen mit 20 Partnerländern eine Absichtserklärung für den Aufbau das Institut. Die Vertreter der Staaten einigten sich darauf, dass die Asiatische Infrastruktur-Investmentbank (AIIB) künftig ihren Hauptsitz in Peking haben werde, wie Chinas Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Die Bank gilt als Konkurrent für die Weltbank und die Asiatische Entwicklungsbank (ADB). Für China ist die Bank ein wichtiger Schritt, seinen Einfluss in der Region auszubauen. Staats- und Parteichef Xi Jinping hatte vor einem Jahr erstmals den Aufbau des Hauses vorgeschlagen. China hatte angekündigt, einen Großteil der 50 Mrd. US-Dollar (rund 40 Mrd. Euro) Startkapital bereitzustellen. Zu den beteiligten Ländern zählen unter anderem Indien, Pakistan, die Philippinen und Vietnam.

USA: "Gibt bereits andere"

Im Laufe des kommenden Jahres sollen die Gründungsländer die Verträge für den Aufbau absegnen. Bis zum Ende des kommenden Jahres soll die Bank in Peking ihre Arbeit aufnehmen. Die USA hatten sich kritisch zum Aufbau der AIIB geäußert. Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Jen Psaki, sagte in einer Pressekonferenz: "Es gibt bereits andere Institutionen, die einen Teil der Arbeit übernehmen."

Hinter verschlossenen Türen sollen US-Diplomaten sogar gezielt gegen den Aufbau der AIIB gearbeitet haben, berichtete die "New York Times". Offensichtlich mit Erfolg: Südkorea, Australien und Indonesien waren nicht bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung vertreten. US-Außenminister John Kerry soll sich laut Medienberichten direkt an Australiens Regierungschef Tony Abbott gewandt haben, um ihn zum Ausstieg aus den AIIB-Plänen zu bewegen.

ADB: "Heiße das nicht willkommen"

Auch Vertreter der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) äußerten sich kritisch über das entstehende Institut. "Ich heiße das nicht willkommen", wurde ADB-Chef Takehiko Nakao am Donnerstag von Medien zitiert. Die ADB war im Jahr 1966 gegründet worden und vergibt Kredite zu Zinsen unterhalb des Marktniveaus an Staaten mit niedrigem Einkommensniveau. China hält 6,5 Prozent der Anteile an der ADB, während die Vereinigten Staaten und Japan jeweils 15,6 Prozent der Anteile besitzen.

Chinesische Regierungsvertreter hatten immer wieder kritisiert, dass viele der internationalen Finanzinstitutionen zu stark von entwickelten Staaten aus Nordamerika und den USA dominiert seien. Im Juli hatte China bei einem Gipfeltreffen zusammen mit den vier großen Schwellenländern Brasilien, Russland, Indien und Südafrika (BRICS-Staaten) eine eigene Entwicklungsbank und einen Währungsfonds gegründet.

Die New Development Bank (NDB) der BRICS-Länder soll Projekte finanzieren, der geplante Sitz ist Schanghai. Die Präsidentschaft rotiert. Jedes Mitglied sollte zunächst 10 Mrd. US-Dollar als Startkapital beisteuern. (APA, 24.10.2014)

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